#ddeke #dingedieeinemkeinererzählt #fürmehrrealität

DDEKE – Best Friends Forever vs. Dein Mumlife interessiert mich nicht!

7. April 2017

Kennt ihr das, ihr habt einen großen Freundeskreis? Seid allseits beliebt, weil ihr Gott und die Welt kennt und die Organisation für jedes Event bzw. jedes Treffen übernehmt? Alle finden das toll und nutzen das vielfältige Angebot, das man auf die Beine stellt.

Das Leben ist so schön, man ist beliebt wie Britney Spears vor ihrem Radikalhaarschnitt und hüpft von einem Event zum nächsten.

Es vergeht nicht ein Tag, an dem man nicht wenigstens auf einen Latte Macchiato verabredet ist und „peoplewatching“ betreibt. Man hat ein Ohr für die Probleme der Single-Freundinnen und nutzt auch gern mal deren Öhrchen, wenn der heißgeliebte #loml wieder über die Stränge geschlagen hat und halb im Delirium zu AC/DC tanzend im Hausflur stand.

Das Leben ist schön. Und es hat andere Pläne mit dir. Du wirst schwanger.

Alle freuen sich mit dir, es werden große Versprechungen gemacht und Pläne geschmiedet. Keiner kann es erwarten, dass das Baby endlich auf die Welt kommt und in Designerkleidung gehüllt werden kann. Shoppen gehen, Kinderzimmer einrichten und Babyparty erscheinen auf deiner To-Do-Liste. Man freut sich auf das was kommt und malt sich aus, wie man die Zeit mit Baby und seinen Freunden verbringt. Bevorzugt in den Schwabinger Cafés in der Sonne sitzend und den Kinderwagen mal durch den Englischen Garten schiebend.  Sonntags dann den klassischen Sundowner in der Goldenen Bar, so wie immer halt. Nach Feierabend kommen dich die Mädels halt mal Zuhause besuchen, man köpft eine Flasche Prosecco und macht daraus #opferolspritz und das Baby schläft ruhig in einem seiner drei Bettchen.

So die Theorie, jedoch kommt ja immer alles anders…

Je fortgeschrittener die Schwangerschaft – also je walischer dein Körper– desto mehr fällt dir auf, dass dein „Freundeskreis“ immer mehr schrumpft.

Diejenigen, die dich für Ihre Reservierungen brauchten – ja, wo sind die eigentlich abgeblieben? Die frequentieren die Bars nun ohne dich, halt ohne Reservierung  – oder haben bereits einen anderen Idioten gefunden, der ihnen die Arbeit abnimmt.

Dann gibt es die Neider, die es dir schlicht und einfach nicht gönnen, aus welchen Gründen auch immer.

Vorher noch gute Freunde und nach und nach distanziert man sich voneinander. Ihre Abneigung  gegen dich und die Teufelsbrut verhält sich proportional zu der Größe deines Kessels. Somit ist sie irgendwann einfach nicht mehr zu übersehen.

Die Sorte, die nicht loslassen kann, darf ich nicht vergessen – es gibt sie schließlich auch, die Freunde, die sich an dem festklammern, was mal war. Die es nicht akzeptieren können, dass man mit zwanzig Kilo mehr halt nicht mehr am Freitag Abend an einem Tresen sitzt und glückselig einen Gin Tonic durch Gingko-Gurken-Detox-Schießmichtot-Wasser ersetzt. Ist halt auch etwas unangenehm, wenn einem stündlich mindesten 1 Liter Wasser in die Krautstampfer fließt und die Skinny-Heroin-Chick-Bitches dich fotografieren, damit du später ihren Kühlschrank als abschreckendes Beispiel zierst. Wer es noch nicht erlebt hat, kann es wirklich nicht verstehen, konnte ich ja auch nicht. Das macht dann einfach keinen Spaß mehr, tattrige Greise mit Teenagerfreundinnen zu beobachten, wenn man nicht mindestens 1,5 Promille im Blut hat. Selbst das ist dann einfach zu anstrengend für die Walfrau.

In der Realität sieht es nun so aus, dass man nun nicht mehr „Everybody’s Darling“ ist, sondern seine Freunde an einer Hand abzählen kann.

Und diejenigen, die geblieben sind, kennt man irgendwie schon ziemlich lange. Die kennen dich als Kind, als Teenie, mit Liebeskummer, dick, dann wieder dünn, verzweifelt, als Single, vergeben oder jetzt halt mit Kind. Und diese Menschen beschweren sich nicht, wenn man sich mal zehn Tage oder auch mal 4 Wochen nicht meldet. Sie wissen, dass man immer für einen da sein wird, wenn Not am Mann ist und das zählt.

Natürlich ist man selbst ja auch nicht „unschuldig“. Aber man ist halt Mutter geworden, die Prioritäten haben sich verschoben.

Man ist abends wirklich froh, wenn das Kind mal in der Kiste ist und man im Pyjama auf der Couch liegen kann. Wobei man ja dann erstmal das Aufräumen anfängt und evtl. noch Ablage macht. Und dann endlich duscht. Als Mutter macht man halt nicht um 17.00 Uhr Feierabend und hat dann noch Zeit für sich. Mamasein schlaucht, aber auch das wird wieder besser. Und die, die dich mögen – die warten geduldig, bis du wieder ein wenig die Alte bist.

 

Eure Milla

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2 Comments

  • Reply Mamatinkerbella 9. April 2017 at 14:06

    Gelesen und Unterschrieben!

    Leider ist das die absolute Realität.
    Beim ersten Kind hat mir das ziemlich den Boden unter den Füßen weggerissen.
    Hab es schnell akzeptiert und auf die „waren“ verlassen!
    Witzig ist nur das ich mittlerweile 2 Kinder habe..Und die die mir vor 5 Jahren „lebe wohl“ gesagt haben…kommen jetzt wieder an und schätzen meine Erfahrung 😀

  • Reply Kadda 13. April 2017 at 21:25

    Kenn ich leider auch zu gut. Aber bei Freundinnen mit Kindern ist es auch nicht besser, da wird immer verglichen und ein Wettkampf daraus gemacht. Was macht dein kind. Mein Kind macht das und kann das und das! Das ist eigentlich noch schlimmer!

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