#fürmehrrealität #milfs

Die Wahrheit über den Muttertag

21. Mai 2017

Mösi: Bis 10:30 Uhr schlafen war schon mal nicht drin, aber immerhin bis 08:30 Uhr durfte ich meinen dringend notwendigen Schönheitsschlaf genießen. Aufgeweckt wurde ich durch das breit grinsende Pfannkuchengesicht meines Sohnes, das so dicht vor meinem Gesicht geparkt war, dass ich selbst mit meinen -10 Dioptrien erstmal erschrocken bin. Nackig bis auf die Windel hat Papa ihn zu uns ins Bett befördert, da das Kind in sein Bett gepinkelt hat. „Alles Gute zum Muttertag! Nimm diese übertriebene Ladung Morgen-Urin, als Zeichen meiner Anerkennung!“ Von Papa gab es einen Strauß Pfingstrosen, viel besser. Dem folgte ein kleiner Ausflug in die Therme. Statt Sex in der Umkleide zu haben wie früher saßen wir den ganzen Nachmittag im Baby-Becken, wo wir in alter Anderson-Hasselhoff-Manier das Kind vorm Ertrinken bewahrt und wahrscheinlich erneut in einer Ladung Pipi sitzend den Tag genossen haben. So ändern sich die Körperflüssigkeiten, mit denen man Kontakt hat. Und das Komische daran? Es war ein wunderschöner Tag und nichts daran würde ich ändern.

Bianca: Ich hatte mir fest vorgenommen, mal eine ganze Nacht durchzuschlafen. Mein Mann sollte die Nachtschicht übernehmen (Leni kommt ab ca 2 Uhr zu uns ins Bett, wo sie dann die Flasche bekommt und weiter schläft) und sollte somit auch auf meiner Seite des Bettes schlafen, da Lenis Bett direkt daneben steht. Gesagt getan. Nun ja, ich konnte nur leider überhaupt nicht einschlafen und habe mich 2-3 Stunden hin und her gewälzt (neben meinem friedlich schlummernden Mann und der in seinen Armen schlafenden Leni) Hat ja schon mal super funktioniert. Gegen 3 Uhr habe ich ihn dann gefragt, ob ich nicht wieder auf meine Seite und zu meinem Kind kann :) (Hilfe, was stimmt denn nicht mit mir?!).  Um sieben hat mein Mann sich dann mit der kleinen aus dem Bett geschlichen und ich habe ausgeschlafen….. bis zehn vor neun…. JUHU (Noch mal, was stimmt nicht mit mir?!)! Ich habe mich dann hundemüde ins Esszimmer geschleppt, wo ein wirklich toll gedeckter Frühstückstisch mit Blumen und Geschenken auf mich gewartet hat. Das war wirklich sehr sehr schön. Nach dem Frühstück hatte ich dann ein kleines Streitgespräch mit meiner Tochter, die mir dann verkündete auszuziehen. Dies hat sie mir dann auch noch mal schriftlich gegeben und mir ein hübsches Bild dazu gemalt, was sie mit Koffer auf der Straße sitzend zeigt. Toll, oder?! Der Rest des Tages war aber noch wunderschön. Ich konnte zum Sport, wir haben entspannt Kaffee getrunken, Kuchen gegessen und gegrillt. Alles in allem ein wunderschöner Muttertag.

Nadja: Ausschlafen? Nöööp. Ein Papa, der mich mit Kind freudestrahlend im Wohnzimmer erwartete? Nöööp, Nööööp. Einen Strauß Pfingstrosen auf dem Tisch? Nöööööp. Nix da, Mann in Polen und kein Blumenstrauß. Einfach nichts. Dennoch klingelte gegen 10.30 ein dicker Mann an der Tür, der mir unter Ansprache eines vollkommen anderem Namens einen Blumenstrauß samt Vase in die Hand drückte, darin eine kleine Karte “ Für die beste Mama der Welt!“ Hatte der Papa doch mitgedacht und trotz mir Abwesenheit per Blumenversand einen wunderschönen Rosenstrauß zukommen lassen. Ihr denkt nachdem der Herr des Hauses nicht da war, konnte ich auch den tollen Frühstückstisch vergesse? Pustekuchen! Den hatte ich selbst gedeckt und war um 8.15, als Milan mal wieder super hungrig erwachte. Doch auf dem Tisch waren weder Pancakes, noch Waffeln und weit und breit keine Spur von Pizza. Stattdessen deckte ich den Tisch für meine Mutter, die ich zum Frühstück einlud, mit all dem, was sie mag: Shrimpssalat, Serranoschinken und Honigmelone, Mangosalat in Herzform, luftgetrockneter Salami, Hummus und vielem mehr, im Hintergrund lief sanfte Pianomusik. Ob das trotzdem ein schöner Tag war? Der schönste: leckeres Essen und meine liebsten Menschen um mich herum! Und wisst ihr was? Keine Ladung Pfingstrosen und kein Schmuckstück der Welt könnten mich glücklicher machen als der Anblick meiner Mama, die völlig glücklich vor unserem Esstisch über das Frühstück blickte, die Karte, die ich ihr geschrieben hatte, laß und sagte “ Danke, Nadja, Danke!“

Katy: Nun, mein erster Muttertag war tatsächlich so unspektakulär, dass ich gerade nochmal darüber nachdenken musste was letzten Sonntag eigentlich so alles passiert ist. Rückblickend betrachtet war es aus meiner Sicht eher ein Oma als ein Muttertag. Den Morgen habe ich wie so oft alleine mit Nono verbracht. Same shit different day sozusagen. Nachdem wir dann ausgehbereit waren sind wir mit einem schönen Strauss Rosen zu’r Oma gewackelt. Schließlich ist sie ja auch Mama. Ja, das sogar noch hauptberuflich dank meinem 12 Jahre jungen Bruder. Es war zuckersüß wie Nolan den Strauss in seinem Lauflernwagen überbracht hat! Nachmittags habe ich meine beiden Männer sich selbst überlassen und mir eine Runde Sport im Fitnessstudio gegönnt. Happy Muttertag to me!  Zwischendurch hatten wir auch noch einen Termin für eine Hausbesichtigung und auf dem Weg zum Auto schmiss mir mein Freund eine Rose rüber. „Burli konnte sich leider nicht mehr leisten.“ waren die Worte seiner Wahl. Nun ja, tatsächlich habe ich mich sehr über die hingeflapste Geste gefreut denn ehrlich gesagt habe ich eigentlich damit gerechnet, dass da so garnichts kommen würde. Nach einer ernüchternden Hausbesichtigung sind wir schließlich mies gelaunt wieder heimgefahren. Papa musste kurz darauf auch schon wieder arbeiten also beschlossen wir den Tag  mit der Oma ausklingen zu lassen. Ein großer Eisbecher und eine Radtour ließen die Laune wieder steigen. Und die erste Rose von meinem Sohn sieht eine Woche später tatsächlich immer noch total frisch aus! Na wenn das mal nicht zeigt wie doll er seine Mama liebt, oder?

Milla: Ausschlafen am Milftag wird völlig überbewertet. Deswegen weckte mich die Frucht meiner Lenden um 05.30 Uhr statt wie üblich um 07.00 Uhr. Man will ja möglichst viel voneinander haben. Da der chrizzla um die Zeit ja erst schlafen geht, hat er das Gejammere aus Baby-Alcatraz natüüürlich nicht gehört und ich schleppte meinen komatösen Körper ins Wohnzimmer. Dort versuchte ich 3 Stunden später „zu schlafen, wenn das Kind schläft“. Die Quittung: Kopfweh. Um 11.00 Uhr durfte ich den Kindsvater wecken, der mich – kreativ wie er ist – in sein Standardlokal ausführte. Zumindest durfte ich zwischen Low-Budget und Luxusbrunch wählen. Tulpen gab es nicht,  war doch klar. Und der geplante DVD-Abend auf der Couch (ich wollte einfach nur schlafen! Schlafen!!!) wurde von unserem Kind bis 22.30 Uhr boykottiert. Also bin ich vor den Beiden ins Bett, das hält doch kein Mensch aus.

Juli: Muttertag? Ach, ihr meint den vergangenen Sonntag, diesen Tag, an dem ich morgens um halb zehn schon so bedient war, dass noch nicht einmal eine LKW-Ladung Knoppers weitergeholfen hätte – bestenfalls, um mich davon begraben zu lassen. Prinzipiell sind die Jungs keine Frühaufsteher. Sie sind zwar auch keine Langschläfer, dafür aber Spät-ins-Bett-Geher. Klar soweit? Das bedeutet, dass wir am Wochenende meistens bis 8 Uhr im Bett liegen können. Nicht so am Muttertag. Zur Feier meiner Wenigkeit starteten wir bereits um 6.30 Uhr in den Tag. Zunächst ohne Kaffee, dafür aber mit ein paar zerlegten Teebeuteln. Wenn ich „zerlegt“ schreibe, spreche ich nicht von zerfetzten Papiertütchen, abgepflückten Schildchen oder Fäden. Auch, aber nicht nur. Ich spreche von einer großzügig über den Küchenfußboden verteilten Kräutermischung namens „Bergkräuter“ – belebt ungemein. Insbesondere in Kombination mit der Bedienung eines Staubsaugers. Während des Frühstücks wurde ich mit Avocado und Ei beschmiert. Das ist bei uns kein Muttertagsbrauch. Vielmehr resultierte das daraus, dass die Zwillinge just an diesem Morgen von unfassbarer Eifersucht besessen waren und beide auf meinem Schoß darum kämpfen mussten, wer den größten Anteil Mutter in Beschlag nehmen durften. Jetzt kann man meinen, ich sei heilfroh gewesen, die Anarchisten eine Stunde später gemeinsam mit dem Mann bei den Schwiegereltern abzuladen und meiner Wege zum Geburtstagsbrunch einer Freundin zu ziehen. War ich auch. Aber gleichzeitig auch nicht. Ich konnte mich kaum trennen und mir schon mal gar nicht vorstellen, gleich an einem gesellschaftlichen Ereignis teilzunehmen. Doch der Mann hat mich sanft gezwungen. Und das war gut so, denn vier Stunden lang ohne Gebrüll, Spielzeugautos und kaltem Kaffee zu frühstücken war eine ziemlich luxuriöse Wiedergutmachung für den Morgen. Vielleicht begehe ich künftig Feiertage wie Ostern und Weihnachten auch einfach ohne Familie. Ihr findet meinen Blog und somit mehr Geschichten über das Dasein als Zwillingsmama übrigens hier.

Queen of Village

Queen of village: Den Abend vor Muttertag kommt Nr.1 auf die Terrasse und fragt: „Mama? Wie machst’n du deinen Kaffee?“ • „Wieso?“ • „Nu sag schon!“ • „Wiesooohooo?“ • „Boar weil morgen Muttertag ist!“ • „Äh, und dann willst du morgen Kaffee machen?“ • „Ja.“ • „Das musst du aber echt nicht!“ • „Boar geil, ich kann ausschlafen!“

Am nächsten Morgen werde ich um 7:30 Uhr geweckt. Was glaubt Ihr, womit? Mit Kaffee? Blumen? Haha…Ihr seid ja lustig. Von dem Mann da neben beziehungsweise jetzt auf mir, der sich unmittelbar danach wieder auf die Seite wirft und weiterpennt. #hierkönntejetztWerbungfürPitStopstehen #raufreinrunterraus Ey Hallo?! Is‘ Vatertag oder was?

Ich stehe auf, es ist bombastisches Wetter und ich beschließe, draußen zu frühstücken. Nur ich, die Sonne, ein Ei, Kaffee und die Rose, die ich einen Tag vorher von der ALDI-Kassiererin bekommen habe. Dummerweise erwische ich mich jedoch dabei, ein Frühstück für vier Personen zu machen. Ich reiße also alle Schlafzimmertüren auf und brülle: „Früüüühstücken!“ Nach ’ner halben Stunde sitzen endlich alle am Tisch, mein Kaffee ist kalt, der Käse von der Sonne vertrocknet, die Butter flüssig.

Nach’m Frühstück springen alle auf. Die Kinder in Eile, weil sie verabredet sind. Ich räume den Tisch ab und stehe dann im absoluten Chaos in der Küche, mit dreckigem Geschirr vom vorherigen Grillabend, das nicht mehr in die Spülmaschine reingepasst hatte. Mr. Queen sieht mich in dem Chaos, sagt: „Denk an deinen Schlüsselbeinbruch und übertreib’s nicht“, nimmt seinen Laptop und setzt sich draußen in die Sonne. In dem Moment, als ich gerade schreiend im Kreis rennen will, läuft meine Schwiegermutter vor’m Haus her und mir wird bewusst, dass sie uns noch gar nicht zum alljährlichen Muttertagsessen eingeladen hat. Häh? Was‘ da los? Ich öffne das Fenster und rufe: „Naaaa?“ • „Hi Queen.“ Ich warte. Sie guckt. Ich gucke. Sie wartet. Ich gucke noch mehr. „Uuuund?“, frage ich dann gedehnt, „wie is‘ heute so die Planung?“ • „Bei uns ist nichts geplant.“ Hilfe, meine Schwiegermutter ist defekt. Was nu‘?! Und noch bevor ich’s mich versehe, höre ich mich selbst rufen: „Oh prima! Wir würden euch gerne zum Grillen und Spargelessen einladen!“ #dashabichjetztnichtechtgemacht?! „Wir freuen uns!“, ruft sie. #okayichhabeestatsächlichgetan

Lange Rede, kurzer Sinn: ich stehe am Muttertag den kompletten Tag in der Küche, abgesehen von der einen Stunde, in der ich mich mit einem Tütchen „Gute-Laune-Badesalz“ in die Badewanne verdrücke, das leider nach ranziger MüllerMilch Geschmacksrichtung Buttermilch-Zitrone stinkt.

Der Spargel verkocht mir, die Kinder sind abends zum Essen wieder zu Hause, haben aber keinen Hunger, Mr. Queen kommt zu spät von seinem Kumpel wieder, hat aber dafür drei Promille mitgebracht, zwischendurch hat’s geregnet, wodurch es auf der Terrasse beim Grillen ziemlich frisch ist, mein Schwiegervater trinkt mir den GinTonic weg und ich knalle mir mit Bacardi-ColaZero die Birne zu. Nachts im Bett will mir Mr. Queen dann doch noch den Muttertag zollen und zieht mich zu sich rüber. Das gefällt Herrn Bacardi aber überhaupt nicht. Daher beschließe ich den Muttertag mit den total romantischen Worten: „Nicht jetzt, sonst muss ich kotzen.“

 

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1 Comment

  • Reply Franziska 21. Mai 2017 at 14:23

    Herrlich – oder auch nicht 😂😂😂 Habe jedenfalls gerade Tränen gelacht und versinke nicht mehr ganz so tief in Selbstmitleid 😆😆😆

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