#fürmehrrealität

Mein Mann schubt – oder ist er einfach nur ein Mann?

18. Februar 2017

Auf Instagram lese ich so oft, wie alle in höchsten Tönen von ihren Männern schwärmen. Nur um einige Beispiele zu nennen:

„Herzmann, Loml, Hasenfürzchen, …“ – echt jetzt? Dann sinniere ich so vor mich hin, was ich in meinem früheren Leben wohl war…

Henker? Hure? Hexe? Mücke?

Auf jeden Fall was ziemlich gemeines. Denn mein #homl hinterlässt mir keine Liebesbotschaften in der Sockenschublade und „Frühstück am Bett“ besteht aus kalter Pizza vom Vorabend.

Romantik ist, wenn er die Socken auszieht (und diese natürlich auf der Couch liegen lässt).

Ich habe jetzt aber die Lösung gefunden: mein Mann ist anders weil er schubt. Dank der Babybibel „Oje, ich wachse“, bin ich mir nun ganz sicher. Bei meinem Kind habe ich aufgehört, nachzusehen, wann so ein Entwicklungssprung ansteht und welche tolle Fähigkeiten damit einhergehen. Ich ignoriere das Ganze, denn ändern kann ich es eh nicht. Bei dem großen Kind klappt es leider nicht so gut. Eigentlich bin ich von Früh bis Spät damit beschäftigt, die Schübe meines Mannes zu analysieren und für die Nachwelt festzuhalten.

„Aaaaaah, heute wieder schlechte Laune?“ „Puh, der hatte einen anstrengenden Tag vor der Xbox. Kann jetzt Dinosaurier zähmen, tolle neue Fähigkeit. Morgen kann er sicher noch mehr Beeren sammeln und sich einen Vorrat anlegen.“

„Ooooooh, er jammert heute aber viel!“ „Ja, leider hat er nur 10,5 Stunden geschlafen. Der Arme. Bald kann er 12 Stunden schlafen ohne Pinkeln zu gehen. Cool, ne?“

„Mensch, der ist heut aber anhänglich! Hängt ja nur an Mamas Möpsen!“ „Mmmmh, er musste den Müll rausbringen und hat sich dabei erkältet – Männergrippe, du verstehst….“

Ich frage mich ja schon, ob wir Frauen auch so sind? Sind unsere Männer auch von weiblichen Entwicklungssprüngen geplagt und reden nur nicht darüber? Und wenn nicht, geben wir Mütter das nur an unsere Söhne weiter?

Nach ein paar Wochen bessert sich das Ganze dann wieder und die neu erlernten Fähigkeiten werden mit viel Bier oder wahlweise Rum begossen und gefeiert. Am nächsten Tag ist dann alles vergessen, was man gelernt hat und der Schub beginnt von Neuem. Es ist wie ein Hamsterrad.

Ich freue mich wirklich sehr, wenn die Socken einmal im Monat auch im Wäschekorb liegen. Oder mal keine Kronkorken durchs Wohnzimmer fliegen. Oder der Müllberg auf der Terrasse nicht die Dimensionen des Kilimantscharo annimmt.

Hoffentlich kommt er bald – der Schub, der ihm Ordnung beibringt. Oder früh aufstehen und gut drauf sein. Was sagen denn die Ratgeber dazu?

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1 Comment

  • Reply Nadja 20. Februar 2017 at 17:49

    Haha so witzig .. glaube das werden wir den Männern nie abgewöhnen, genauso werden wir Ihnen niemals beibringen in der Nacht aufzustehen um das Baby zu füttern oder zu Wickeln 😓😂

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