#daserstejahr #fürmehrrealität

Partygirl vs. Mutterglucke

26. Februar 2017

„Ich habe Ausgang, Juhuuuu!“

Und hier sitze ich nun, eigentlich war ein Abend mit Freunden geplant. Ich war sogar beim Friseur und habe mir meine Haare total hipstermäßig ergrauen lassen. Bin doch schließlich ein Blogger – und Blogger haben entweder graue, weiße oder pinke Haare. Aber ich schweife ab…

Ich wollte ausgehen, jawohlja! So richtig wie früher, mit den Menschen, mit denen ich mir sonst die Kante gegeben habe.

Alles war tip-top geplant, Papa als Babysitter zu Hause. Aber dann kam alles mal wieder anders, denn mein Kind bekam Fieber und ich blieb bei ihm daheim.

Vor zwei Jahren war ich überall, nur nicht zu Hause. Jede einzelne Bar und jedes Restaurant wollte getestet werden. Ich wollte sie alle haben! Und wenn ihr jetzt denkt, dass ich hart an dem Abstieg zum Münchner It-Girl gearbeitet habe, tja – ihr täuscht euch. Schickeria-Koks-Bars waren nichts für mich, diese einschlägigen Locations meide ich wie der Teufel das Weihwasser. Ich fühlte mich eher zu Regalen voller Gin hingezogen und habe mir hin und wieder einen kleinen Chlampagner gegönnt. Manchmal von Beidem zu viel, so dass der Chrizzla mich holen musste….

Den Barkeeper lässig beim Namen nennen #hallokarlheinz, Bussi rechts und links, dann auf den reservierten Platz plumpsen lassen – ich war glücklich mit meinem Leben.

Immer fein nach „Hypnotic Poison“ duftend, die Haare immer gestylt. „No Ballerinas“ war ein Lebensmotto und die Heels nie unter 8 cm, meistens doch eher 12 – der Hallux lässt grüßen. An der Hand eine schicke Uhr, meine keine Daniel Wellington und ein „Taschi“ am Arm und nein, keine von MK. Das war ich – TADAAAAA.

Jetzt bin ich anders.

Hier sitze ich nun, dufte nach Einhorn-Furz-Duschgel mit Schweißnote, denn ich musste mich heute ganz schön hetzen um alles gebacken zu kriegen (Wäsche, Wertstoffhof, Einkauf, Catsitting, aaaaah Wickeltasche oben vergessen!). Meine Frisur könnte man nett als grauen Oma-Dutt titulieren. Statt Gin trinke ich Aspirin Complex aufgelöst in Wasser, meine Laufschuhe haben sich heute richtig bequem angefühlt und mein Garmin Armband zeigt, dass ich mein Tagesziel erreicht habe. Mein Kind liegt im Bett und das Fieber sinkt, es ist gut, dass ich daheim geblieben bin, denn mein Gewissen hätte mich gequält. Ich muss bei ihm sein wenn er krank ist, denn er braucht mich.

Und das ist auch gut so, denn ich bin glücklich und Glücklichsein macht auch schön. 

Vielleicht bin ich die Glucke, die ich nie werden wollte. Aber ich hab genug gefeiert, kann ich ja nächsten Monat machen… oder übernächsten.

 

Wer nicht genug kriegen kann: https://www.instagram.com/milla_von_bayern/

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2 Comments

  • Reply Verena 26. Februar 2017 at 14:44

    So wahr Milla 🙄👸🏼
    & so gut geschrieben!
    Ach ja.. windelwechseln vs Gin ist ja auch ganz schnell beantwortet! Wenn wir den 24/7 Job nicht so lieben würden!

    P.s.: super schönes Foto von dir!

    Alles Liebe! ___verena___

    • Reply Milla Auer 28. Februar 2017 at 14:35

      Danke liebe Verena, ja – Gottseidank gibt es Muttergefühle, sonst wäre der Job noch härter, als er eh schon ist. Aber irgendwann kommt sie wieder, unsere Zeit 🙂

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