#fürmehrrealität #schwangerschaft

Selbst ist die (schwangere) Frau (auf der Leiter) – Einrichten für’s Baby

28. Februar 2017

Endlich schwanger!

Nachdem dieser Satz ausgesprochen wurde, konnte man endlich die erste Aufgabe von der To-do-bis-das Baby-kommt-Liste streichen.

Denn das ist die „Wartezeit“ tatsächlich, eine neun oder auch zehn (das verwirrt mich bis heute total) Monate lange To-Do-Liste.

Dabei sollte man meinen, die Aufteilung der darauf aufgeführten Punkte und Aufgaben sei für alle Beteiligten selbstverständlich. Schwangere kümmern sich um Deko, Babyausstattung, das Farbkonzept für das  Babyzimmer und – last but not least – ihr eigenes Wohlbefinden. Schließlich müssen sie ja nun einige Monate ihrer Lebenszeit in einer besonderen Form der Koexistenz verbringen. Einfacher ausgedrückt: sie müssen die dicke Plautze durch die Gegend schieben. Der (nicht schwangere) Partner sollte dabei eine entlastende Rolle einnehmen. Auch das kann man einfacher ausdrücken: er sollte schleppen, und zwar alles über dem Gewicht einer durchschnittlich gefüllten Handtasche (7-8 kg).

Nach dieser Einleitung möchte ich nun, dass alle Zartbesaiteten sich einem anderen Artikel auf dieser Seite widmen.

Es folgt nämlich ein Erfahrungsbericht aus meinem Schwangerenleben am Limit.

Aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit durfte ich die volle Dauer meiner Schwangerschaft zu Hause verbringen. Wirklich ein wahrer Luxus von dem viele Schwangeren nur träumen können. Nach den ersten Wochen voller Übelkeit, Verzweiflung und mieser Laune ging es plötzlich wieder bergauf. Ich konnte endlich wieder den Kühlschrank öffnen ohne anschließend auf direktem Weg zum Klo rennen zu müssen. Dies blieb von meinem Freund natürlich nicht unbemerkt. Somit konnte er sich endlich zurücklehnen, denn die Frau saß in alter Gewohnheit endlich wieder am Steuer. In unserer Beziehung bin ich nämlich meistens die Planerin und Macherin und da ich wie gesagt daheim „rumlungerte“, war der „Babykram“ nun meine Angelegenheit. Darunter fällt natürlich auch das Einrichten eines vorzeigbaren Babyzimmers. Andere wenden sich damit mit einigen Pinterest- oder Instagramscreenshots gewappnet an ihren Schatz: „Schau mal! Genauso möchte ich das haben!“ Nicht so bei uns. Schwangere koexistente Frau durfte sich alleine in den Baumarkt und auf die Suche nach Einrichtung begeben. Und wenn man wie ich ein Second-Hand Fan ist, fällt natürlich der Lieferant, der alles zum Nest hochschleppt schon mal weg. Neben Wickelkommode, Schrank und Bettchen und einem „Baum“ wollte ich für Nolan’s Zimmer unbedingt ein Gästebett. Nachdem ich das gute Stück bei den Kleinanzeigen unseres Vertrauens erspäht hatte, musste es nur noch seinen Weg zu uns finden. So fuhr ich also kurz entschlossen mit #loml’s Auto ohne #loml nach Frankfurt um gemeinsam mit einer Muddi das Objekt meiner Begierde auseinander zu schrauben. Und die Treppe hoch zu tragen. Und ins Auto zu verladen. So zirka in der 25 Schwangerschaftswoche.

Um die 20 Woche herum habe ich gemeinsam mit dem Herzmann eine massivhölzerne Wickelkommode eine enge Wendeltreppe runtergetragen.

Kurz danach stand ich dann auch schon auf der Leiter um die Wände im Schneckentempo zu streichen, während meine bessere Hälfte eine wichtige Onlinekonferenz wahrnehmen musste. Ging ja schließlich darum die Welt vor Zombies zu retten. Nicht zu vergessen natürlich die unzähligen Besuche beim Lieblingsschweden. Es folgten Gardinen, Teppich und 478 Kissen. Der Schrank wurde tatsächlich von meinem Freund nach oben befördert und aufgebaut. Beim Wocheneinkauf sah es teilweise schon wieder anders aus. Ja, hier wird Do-it-Yourself ganz anders definiert. Natürlich hätte ich auch mit Elternsexentzug drohen und ihn somit zu allem zwingen können. Aber das liegt einfach nicht in meinem Wesen. Und es ist auch ok, denn zu wissen: „Das ist mein eigenes Werk“ macht einen ziemlich stolz. Und die Moral aus der Geschicht: ich schlepp‘ öfter, #loml nicht.

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