#schwangerschaft #sternenkinder

Sternenkind Analina

6. Juli 2017

Ermutigt durch eine Story auf Eurem Blog kommt hier meine Geschichte!

6 Jahre haben mein Mann und ich versucht schwanger zu werden! Das volle Programm haben wir durchlaufen, bis hin zur Kinderwunschklinik.

Was wiederum weder was mit Romantik noch mit Zauber etc zu tun hat, aber Frau versucht halt alles. Zum Schluss konnte ich noch nichtmals Freundinnen im Krankenhaus besuchen, die entbunden hatten. Es tat zu weh!

Nachdem ich zwei künstliche Befruchtungen hinter mir hatte und einmal scheinschwanger war (ich kannte das bis dahin nur bei Hunden), machten wir eine Pause. Es ist ja nicht nur eine enorme emotionale Belastung, sondern auch eine finanzielle. Nach zwei Monaten spannten plötzlich meine Brüste, ich mochte keine Schokolade mehr. Erst traute ich mich nicht, den gefühlten 100. Schwangerschaftstest zu machen….. dann kaufte ich doch einen und machte ihn heimlich, als mein Mann bei Freunden war.

Da stand es: schwanger (2-3 Wochen), ich zitterte, weinte, lachte, tanzte durch die Wohnung, rief meinen Mann an. Er flippte aus vor Freude, allen erzählten wir davon.

Wir waren so glücklich! Ich hatte damals noch ein Pferd. War also weiter reiten, joggen etc! Alles war gut. Ich bin ein Riesenfan von Sitzheizung im Auto, damals lief sie immer, es war ein kalter Winter. Heute frage ich mich oft, ob das der Grund war.

Ich träumte von meiner verstorbenen Oma, die ich sehr geliebt habe. Sie sagte mir: es wird ein Mädchen, nenn Sie Analina. Ich nahm meine Vitamine, passte auf mich auf, genoss alles. Beim Arzt konnte ich ihr Herz schlagen sehen, aufgrund eines Seminars war mein Mann bei diesem Termin nicht da.

Dann ein paar Tage später, in der 10. Woche, am 9.Mai 2008 bekam ich abends plötzlich starke Krämpfe. Ich wusste sofort, etwas stimmt nicht. Ich ging zur Toilette und hatte Blutungen.

Ich erschrak bis ins Mark, schrie nach meinem Mann. Wir fuhren sofort ins Krankenhaus. Sie hatten einen riesigen Flachbildschirm über der Liege. Mein Mann sah unsere Tochter zum ersten Mal klar und deutlich. Und wir alle sahen, das Herz schlug nicht mehr. Es war ein Schock.

Der Arzt erklärte uns alles, ich war wie im Nebel, konnte nur noch weinen. Warum? Warum nur?
Die Schwestern waren so lieb, sie ließen meinen Mann bei mir über Nacht im Einzelzimmer, ich musste ja auf der Entbindungsstation liegen. Die Ärzte wollten am nächsten Morgen nochmal schauen, um sich ganz sicher zu sein. Wir haben die ganze Nacht geweint und uns an diesen winzigen Strohhalm geklammert.

Am nächsten Morgen dann die Gewissheit: unser Baby war tot.
Ich musste ausgeschabt werden. Wir haben Sie in einem Sammelgrab beerdigen lassen. Ich denke sehr sehr oft an sie, besonders an ihrem Todestag.

Sie ist kein Sternenkind wie viele hier beschriebenen, weil sehr viele Babys vor der 12. Woche sterben. Aber sie ist meine kleine Tochter und ihr Herz hat unter meinem geschlagen! Das alleine zählt!

Sie ist jetzt der Schutzengel meines Sohnes, den ich 2010 nach langer, schwerer Schwangerschaft und Lebensgefahr für mich entbinden durfte und damit doch noch einmal Mutter werden wurde! Mein Schatz wird bald 7 Jahre alt und ist kerngesund ! Und er weiß von seiner Schwester. Sie ist immer bei uns😍

Jede Frau, die ein Kind verliert, leidet. Egal wie und in welcher Woche!
Drücke Euch!

 

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