#schwangerschaft #sternenkinder

Sternenkind Frida

20. Juli 2017

Wie viele Paare in Deutschland so mussten auch wir erfahren das schwanger werden garnicht so einfach war. Nach 2,5 Jahren Kinderwunsch wurde ich danke einer künstlichen Befruchtung schwanger.

Aber leider hates jemand nicht gut gemeint mit uns. So kam es, dass ich am Sonntag den 19.02.2017 nach einem Sparziergang einen heftigen aber kurzen Stich in meinem Unterleib spürte. Ich dachte zuerst, dass ich es während der Gassirunde übertrieben hätte und legte mich
auf die Couch. Montag morgen ging es mir schließlich wieder gut und so erledigte ich langsam meinen Haushalt bis ich wieder wahnsinnige Schmerzen bekam. Ich rief bei meiner Frauenärztin an und wurde von einer sehr gelangweilten und pampigen Arzthelferin am Telefon plump angemacht.

Bei starken Schmerzen, sagte sie sollte ich ins Krankenhaus, bei nicht so starken Schmerzen mittags zum CTG kommen, doch die Ärztin meinte es würde vom Rücken kommen.Vom Rücken jedoch kamen diese Schmerzen definitiv nicht.

Ich legte mich auf die Couch und die Schmerzen wurden glücklicherweise besser. Als ich für 14.30 mit dem Bus in die Stadt fuhr, bekam ich jedoch einen solch starken Schmerz, dass ich kalte Schweißausbrüche und Übelkeit bekam. Mein Mann kam zum Glück direkt von der Arbeit zur Praxis. In der Praxis angekommen, kam ich sofort ans CTG, doch es waren trotz Schmerzen keine Wehen zu sehen. Wir lachten und es hieß das ich einen Magnesiummangel hätte.

Obwohl ich sagte, dass ich wahnsinnige Schmerzen hätte, ließen alle Arzthelferinnen mich warten. 2 ganze Stunden wurden die Patienten nach und nach aufgerufen, doch ich wurde gekonnt ignoriert.

Als ich dann endich dran war, erzählte ich der Ärztin, dass die Schmerzen schubweise kämen und ich glaubte, dass sich der Schleimpropf gelöst habe. Sie schaute nach und meinte sofort, dass es Wehen seien, die ich da habe. Andererseits beruhigte sie mich und sagte ich solle mir keine Sorgen machen, denn der kleinen würde nichts passieren. Prophylaktisch würde sie dennoch einen Rettungswagen rufen.

Schnell bekam ich einen Zugang gelegt und schon stand eine Notärztin vor mir. Alles ging so schnell. Im Krankenwagen musste ich dann gekippt liegen, da nun klar war, dass mein Muttermund bereits 3cm auf war und die Fruchtblase zu sehen war. Mit Blaulicht kam ich auf direktem Wege ins Krankenhaus. Dort angekommen, wurde ich sofort auf die Gynäkologische Abteilung gebracht.
Man untersuchte mich und  die Diagnose aus dem Rettungswagen wurde bestätigt.

Da ich erst 22 +0 war, hieß das, dass meine Tochter nur eine sehr niedrige Überlebenschance hatte, da sie einfach noch viel zu klein war, um leben zu können. Leider gab es für uns nur 2
Optionen.: Die 1. war eine normale Geburt mit Minimalversorgung für unsere Tochter. Bei Option 2 würde ich sofort einen Kaierschnitt bekommen und die Kleine käme sofort auf die Kinderintensiv.

Der Kinderarzt meinte allerdings sofort, dass noch kein Kind in dieser Woche eine so frühe natürliche Geburt ohne Schaden überlebt hätte. Wenn sie es überhaupt schaffen würde, dann wäre die Gefahr von Schwerstbehinderungen extrem hoch. Mein Mann und ich überlegten lange. Die Entscheidung die wir dann fällten, war für uns jedoch klar.

Unsere Tochter sollte nicht auf die Welt kommen mit schweren Behinderungen nur damit WIR unser Kind bei uns haben. Ich würde mir ein Leben lang Vorwürfe machen. Einerseits wollten wir unser Kind, für das wir so lange gekämpft hatten unbedingt in unserem Arm halten, andererseits wollten wir auch nur das Beste für sie.

Deshalb entschieden wir uns für Option 1! Die Ärzte und auch die Hebammen waren der gleichen Meinung und somit wurde ich in den Kreißsaal geschoben. Da hatten wir 17.30! Der Abend und die Nacht bis 4 Uhr waren unterträglich für mich. Mein Mann wollte mir gerne helfen, aber er konnte nicht. Kein Schmerzmedikament half da sämtlichen
Schwerzen in meinem unteren Rücken waren. Gegen 4 Uhr morgens bekam ich eine PDA aber selbst nach 3x nachspritzen nützte diese nur sehr wenig. Lediglich mein Bauch wurde taub. Das war es dann allerdings schon.

Die Hebamme öffnete um 6.45 die Fruchtblase und ich sollte pressen. Aber ich traute mich nicht, denn ich wusste sobald ich pressen würde, würde mein Kind auif die Welt kommen und sterben.

Unser Frida – Marlene wurde um 6.58 geboren und verstarb um 8. 54 in meinem Armen. Ich habe mein Kind vom ersten Schwangerschaftstest an geliebt, aber die
Liebe, dich ich empfand als mein Kind auf meiner Brust lag, war alles überwältigend.

Sie war fertig aber nur viel zu klein. Sie hatte meine Stupsnase und meine Oberlippe, die Gesichtszüge meines Mannes und dazu riesige Hände.

Gestern ist der Tod meines Kindes genau 8 Wochen her und ich wundere mich, dass ich trotz diesem schlimmen Ereignis so stark bin.

Vielen Dank an @Fuchskind1.0, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast. Deine Worte haben uns sehr bewegt und wir wünschen dir alle Gute!

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply