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Sternenkind Karlotta

9. März 2017

Auch ich habe ein Sternenkind, Karlotta. Am 21.3.17 wäre Sie zwei Jahre alt geworden, aber anstatt ihre Geburtstagsparty zu planen, überlege ich was wir an diesem beschissenen Tag machen können, um nicht völlig in Traurigkeit zu versinken.

Karlotta ist in der 40.ssw tot zur Welt gekommen. Diagnose: plötzlicher Kindstod im Mutterleib. Was ein Scheiß!!! Es gibt wohl immer einen Grund, anscheinend ist die Medizin nur nicht in der Lage ihn zu finden.

Ich hatte eine ganz wunderbare, unkomplizierte, schöne Schwangerschaft. Alle Tests und Untersuchungen waren wie aus dem Bilderbuch. An einem Samstagnachmittag fragte mein Mann mich wann sie sich das letzte mal gemeldet hat. Ich überlegte kurz und sagte: „Ich weiß nicht genau, sie wird ja immer ruhiger, weil sie keinen Platz mehr hat“. Ab diesem Moment war es irgendwie seltsam. Wir haben gewartet, ob sie sich meldet, ob sie tritt oder Schluckauf bekommt…nach 2 h sagte ich schließlich „Ok, wir fahren jetzt kurz in Krankenhaus, aber dann lässt du mich in Ruhe und wartest bis es los geht“.

Wir haben sogar den Fernseher laufen lassen, so sicher waren wir uns wir wären gleich wieder zurück. Mir ist nicht wichtig die Details dieses furchtbaren Tages zu erzählen, mir ist wichtig, dass Karlotta gesehen wird, dass sie als unser erstes Kind akzeptiert wird. Ich will nicht, dass sie verschwiegen wird und alle so tun als hätte es sie nie gegeben.

Ich bin durch den Verlust meiner ersten Tochter ein anderer Mensch geworden, ich bin ängstlicher, demütiger und sehe viele Dinge im Leben nicht mehr als Selbstverständlichkeit an.
Heute sitze ich mit Karlotta’s 3-Monate alter Schwester auf der Couch und bin einerseits glücklich sie bei mir zu haben und gleichzeitig so sauer, wütend und traurig, dass ihre große Schwester nicht bei uns ist.

Ich dachte immer, dass ein Geschwisterchen mir ein Stück Traurigkeit nimmt, aber so ist es leider nicht. Das Leben ist nur ein Stück lebenswerter geworden, die Trauer um Karlotta ist genau wie damals Teil meines täglichen Daseins.

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3 Comments

  • Reply Lina 9. März 2017 at 20:46

    Ich kann dich so gut verstehen!
    Auch mein erstes Kind ist Gestorben !
    Kein Tag vergeht ohne das wir an ihn denken, und wir du sagt, mein 2. Kindmacht das Leben lebenswerter aber die Trauer ist und bleibt einfach immer!
    Am schlimmsten ist die Frage ist das ihr 1. Kind …

  • Reply MissBuffy 9. März 2017 at 21:02

    Deine Worte könnte meine sein 😪
    Unser Paul starb unter der Geburt in der 38 SSW am plötzlichen Kindstod. Das ist nun fast 3 Jahre her und heute läuft seine 12 Monate alte kleine Schwester an unserer Hand. Aber es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an ihn denke. Danke für deinen Blogbeitrag! Eure Karlotta ist ein wichtiger, schöner und trauriger Teil eures Lebens und so wird es auch immer bleiben.

  • Reply Sabrina 10. März 2017 at 1:27

    Ich bin bewegt, muss schlucken und bin sprachlos. Ich kann mir nicht ausmalen wie schrecklich es sein muss sein Kind zu verlieren und finde es so bewundernswert, wie stark ihr seid! Der Gedanke ohne meine Tochter zu sein ist das schlimmste überhaupt! Ich bin in Gedanken bei euch ! Fühlt euch gedrückt ! Für mich seid ihr die stärksten Menschen !
    Alles Gute für euch <3

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