#schwangerschaft #sternenkinder

Drillings-Sternenkinder Louis, Leo & Luca

27. Juli 2017

2 Wochen vor meinem 17. Geburtstag hielt ich einen positiven Schwangerschaftstest in meiner Hand…

Ich war im ersten Moment einfach nur schockiert und rief meinen Freund an, der sich jedoch sofort freute und meinte, wir würden das schaffen. Dann, bei unserem ersten Termin beim Frauenarzt der nächste Schock: meine Frauenärztin hatte zwei Fruchtblasen entdeckt.

In der 1. Fruchtblase waren 2 Punkte zu sehen und in der 2. Blase noch ein Pünktchen. DRILLINGE!

Mein Freund und ich brauchten erstmal ein paar Stunden für uns – und doch haben wir uns für unsere drei kleinen Babys entschieden und hielten zusammen. Alle zwei Wochen waren wir regelmäßig beim Frauenarzt, immer abwechselnd bei uns im Heimatort und im Krankenhaus Gießen.

In der 16. Woche war es dann mal wieder soweit und wir fuhren nach Gießen. Ich war so froh, denn wir hatten die ersten 3 Monate geschafft. Ich hätte nie daran gedacht, dass danach noch etwas passieren könnte.

Nach stundenlanger Wartezeit wurden wir endlich dran genommen. Die Ärzte schauten nach unseren Babys. Und aus unseren Babys wurden unsere 3 Jungs.

Ich hatte mir zwar so sehr wenigstens ein Mädchen gewünscht, aber die Papa-Gene waren wohl zu stark. Ich habe noch Bilder bekommen und alles schien super. Nur noch schnell nach dem Muttermund gucken und dann wären wir auch schon wieder nach Hause gefahren.

Aber nein, mein Gebärmutterhals war schon stark verkürzt und eine Trichter-Form hatte sich gebildet.

Ich sollte sofort stationär aufgenommen werden. Ich weinte, denn ich hatte solch eine Angst – und wollte damit nicht alleine sein. Nicht so weit weg von meinem, von unserem Zuhause. Ich versuchte mich zu beruhigen.
Ich bekam ein schönes Zimmer, mit echt tollen Bettnachbarinnen. Wir quatschten bis spät in die Nacht und haben jeden Dienstag Abend unsere Bauchumfänge gemessen. Mir wurde Bettruhe verordnet und ich durfte nur mit dem Rollstuhl raus.

Nach 3 Wochen Krankenhaus hatte sich jedoch nichts gebessert, mein Muttermund musste zugenäht werden.

Glücklicherweise durfte Basti mich am Mittwoch Morgen in den OP-Vorraum begleiten. Ich wollte einfach nicht allein sein. Ich wurde in den OP geschoben und bekam eine Vollnarkose. Mir kam es nicht lange vor, doch Basti meinte, ich wäre fast 4 Stunden weg gewesen. Mein einziger Gedanke galt meinen Jungs.

Nach dem Aufwachen wurde ich schließlich auf ein neues Zimmer verlegt. Dort kam eine Ärztin mit einem Ultraschall-Gerät. Meinen Jungs ging es gut!

Jedoch bekam ich leider Wehen und musste an den Tropf, von dem ich so Herzrasen bekam, dass ich die nächsten Tage kaum schlafen konnte. Die weitere Therapie bestand aus Bettruhe, die mir sehr zusetzte. Ich hatte das Gefühl, es würde jeden Tag wärmer werden – ich ging förmlich ein. Naja, wir hatten ja auch schon Juni. Jeden Tag hoffte ich, dass irgendjemand zu Besuch käme, damit die Tage schneller vorbei gehen würden.

Ich war nun in der 22. SSW und lag noch immer im Krankenhaus und endlich – Am 22. Juni 2015 hatte ich eine Ultraschall-Untersuchung. Und obwohl ich längst nicht mehr daran geglaubt hatte, wurde das OK für Zuhause gegeben.

Ich sollte nur noch bis zum Wochenende bleiben. Ich war so glücklich. Ich dachte, jetzt würde alles gut werden.

Am nächsten Tag bekam ich immer wieder leichte Schmerzen. Aber woher sollte ich wissen, dass das Wehen waren? Ich habe mir nichts dabei gedacht, denn meine Jungs turnten zur Zeit eh sehr fleißig. Doch dann: Mein Schleimpfropf ging ab und plötzlich hatte ich Angst.

Die Ärztin kam und meinte sehr trocken, dass ich meine Kinder jetzt auf die Welt bringen müsste, denn die Wehen seien nicht mehr zu stoppen.

Es sah danach aus, als würden meine Kinder sterben.

NEIN – ich wollte das alles nicht glauben und habe es auch nicht an mich ran gelassen. Ich wollte schlafen und alles vergessen. Mit meinen Armen eng umschlungen um meinen Bauch versuchte ich mich irgendwie zu entspannen.

Um 21:30 Uhr musste ich dringend auf die Toilette. Als ich wieder zurück wollte, ging es nicht, ich konnte nicht mehr laufen und ließ mich kurz vor dem Bett fallen. Meine Bettnachbarin holte eine Schwester. Ich wurde direkt in den Kreißsaal geschoben und es wurde alles für die Geburt vorbereitet. Ich wusste nicht, wie ich das alleine schaffen sollte… Die Ärztin versuchte inzwischen meine Mutter und meinen Freund zu erreichen. Ich wusste nicht, wie ich atmen soll. Ich wollte nur noch schreien, das alles nicht mehr an mich ran lassen.

Ich wollte nicht, dass meine Kinder sterben.

Louis kam am 23.06.2015 um 22:02 Uhr mit 460 g und 26 cm zur Welt. Ich durfte ihn nicht mal sehen. Er kam sofort in einen anderen Raum zum Kinderarzt. Meine Wehen hörten auf und mir wurden Wehenmittel gespritzt. Um 22:23 Uhr mit 580 g und 30 cm kam Leo auf die Welt, gleich danach kam Luca um 22:25 Uhr mit 550 g und 29 cm zur Welt. Auch die beiden wurden sofort zum Kinderarzt gebracht, zu ihrem Bruder.

Ich kam für zwei Stunden in den Not-OP. Zwei wertvolle Stunden, in denen meine Jungs lebten und die ich nicht mit ihnen verbringen durfte. Wir ließen unsere Jungs nottaufen, 4 Stunden haben ihre Herzchen von alleine geschlagen. Basti verbrachte die Nacht bei mir. Dieses Gefühl, sie nie wieder zu sehen, zerreißt mir jedes mal das Herz. Bald werden sie schon 2 Jahre alt und sie sind immer bei uns, der Schmerz wird jedoch nie vorüber gehen.

Sie haben uns einen wundervollen kleinen Bruder geschickt, der am 27.06.2016 auf die Welt kam. Eins weiß ich: wir haben die besten Schutzengel und irgendwann bin ich wieder bei euch meine 3 kleinen Jungs und werde euch alles zurück geben.

Wir lieben euch ♡

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