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Umbautagebuch Teil I – Die Villa des Schreckens. 

9. Januar 2018

Ich fang mal an zu erzählen, wie alles begann und versuche mich kurz zu fassen.

Wir – also der Chrizzla und ich – beschlossen irgendwann, dass wir häuslich werden wollten und fingen an, nach einer Immobilie zu suchen. So weit so gut, der Haken: wir wohnten in München. Muss ich noch mehr sagen oder lacht ihr schon?

Ich durchforstete also das gesamte Angebot und landete dann schon im erweiterten Münchner Speckgürtel, sprich Augsburg. Für alle, die nicht aus Bayern sind: Augsburg ist ca. 1 Stunde Fahrt von der schönsten Stadt der Welt entfernt.

Bevor wir also ein Vermögen dafür ausgaben, eine Immobilie in einer Stadt zu kaufen, zu der wir keinen Bezug hatten, entschieden wir uns um. Wir verlassen München zugunsten einer Stadt in Niederbayern, in der meine Eltern wohnen. In der Nähe meiner Eltern und Geschwister hätte ich Unterstützung und unser Sohn könnte mit Oma und Opa aufwachsen.

Die Suche fing an: Selbst „auf dem Land“ war es nicht einfach, etwas zu finden, was noch im Rahmen des Möglichen war.

Einige Maklertermine später war ich bereits desillusioniert und bewarb mich schon für Grundstücke im Outback. Ein Bäcker, ein Metzger, eine Kindergarten und eine Schule. Ich sah mich schon im Elternbeirat sitzen und Kinderbasare organisieren.

 

Terrasse

Und dann, ein Wunder bei Immoscout. Das ist unser Haus! Und ich war sofort verliebt.

Ein paar Tage später standen wir nun in diesem riesigen Haus und waren beide begeistert. Keine Ahnung wieso – aber es war um uns geschehen und wir mussten es haben. Wir gaben unser Gebot noch am selben Tag ab.

12 sportliche Tage später saßen wir beim Notar und der Spaß begann.

Blauäugig und verliebt wie wir waren hatten wir uns Folgendes gedacht: wir renovieren die Bäder, schleifen das Parkett ein wenig ab, machen die Tapeten runter und kaufen eine neue Küche. Dann passt das schon und wir werkeln dann fröhlich vor uns hin.

An dieser Stelle dürft ihr jetzt ganz laut lachen und euch an unserer Naivität erfreuen.Am 15.09.2017 bekamen wir die Schlüssel zur Villa des Schreckens.

Seitdem ist viel passiert. Und wir sind um einiges schlauer und auch um viel Geld ärmer.

 

Elektroinstallation

Wir begannen Tapeten abzureißen und stellten fest, dass viele der Lampen mit Telefonkabeln angeschlossen waren. Nach genauerem Hinsehen war uns klar – die Elektroinstallationen aus den 50er Jahren wurden nur teilweise erneuert. Ein Posten, mit dem wir nicht gerechnet haben.

So fingen wir also an, die Leitungen freizulegen. Manche mussten wir nicht mal freilegen, die lagen fröhlich frei auf Dachbalken und hätten jederzeit einen Brand verursachen können.

Ich musste wieder ausziehen – zu meinen Eltern. Meine Laune auf dem Höhepunkt. Mein Tourette ebenso.

Die Handwerkersuche begann. Schon mal vor Weihnachten versucht, einen Handwerker zu bekommen? Ja, auch hier bitte wieder herzhaft lachen – ich glaub, man kriegt eine Birkin Bag schneller als einen Elektriker. Wir mussten viel telefonieren und uns auslachen lassen, bis sich endlich einer erbarmte.

Als der Elektriker hier auftauchte, konnte man erkennen, dass er eigentlich wieder weglaufen wollte. Alle Leitungen marode, das ganze Haus musste neu verkabelt werden.

Wochen später haben wir zwar wieder Licht, aber fertig sind wir noch lange nicht.

Der Herr Elektriker verschwindet manchmal spurlos und taucht erst Wochen später wieder auf.

Die Wände sind nach wie vor unverputzt, schließlich müssen wir ja warten, bis der Herr des Stromes fertig ist. Während der Wartezeit widmeten wir uns voller Elan dem Bad im 2. Stock, das später von meinem Milfschwestern benutzt werden soll.

 

Badumbau

Als wir hier Wandverkleidungen entfernten, erhielten wir den nächsten Schlag mitten ins Gesicht. Ein Dachfenster war jahrelang undicht und tropfte fröhlich vor sich hin – die Balken des Dachstuhls sind morsch.

Und alle so: versteckter Mangel! Leider nicht.

Die Erbengemeinschaft hat dieses leider auch nicht sehen können – war ja schließlich verkleidet und von denen hat da auch keiner gewohnt.

Ich könnte jetzt ewig so weitermachen, aber das reicht für’s Erste. Ich werde euch auf dem Laufenden halten – ein wenig Zeit und ein wenig Humor werden es schon richten.

 

 

 

 

Die Bildergalerie des Schreckens:

 

 

Hier noch ein paar schönere Bilder:

Live-Stream zum Umbauwahnsinn: Milla_de_bavaria

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