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Unsere Vorstellung vom perfekten Muttertag

14. Mai 2017

Mösi: Sonnenstrahlen und der Duft von frisch gemahlenem Kaffee wecken mich sanft gegen 10:30 Uhr.
Ich ziehe meinen weißen Satin-Morgenmantel über und folge dem Geräusch eines vertrauten Kinderlachens ins Wohnzimmer, wo eine Vase mit frischen Pfingstrosen und Croissants aus der nahegelegenen französischen Bäckerei auf mich warten. Mein Mann spielt mit unserem Sohn, beide geben mir ein Küsschen. Ich frühstücke in Ruhe, während im Hintergrund in angemessener Lautstärke meine liebste Hardcore-Metal-Playlist läuft. In meinem Kleiderschrank ein neues Sommerkleid mit einer Botschaft: „Mach dich hübsch du geiler Fickschlitten, ich habe eine Überraschung für heute geplant.“ Gerührt von so viel Liebe habe ich Pipi in den Augen. Ich liebe meine Familie und freue mich auf diesen ganz besonderen Tag. Was wir wohl unternehmen? Lustwandeln im Englischen Garten? Hot-Dog Wettessen? Klingelstreiche spielen? Ich bin gespannt.

Bianca: Ich wache nach einer ruhigen Nacht völlig erholt auf. Leni hat das erste Mal durchgeschlafen und sich anscheinend schon mit Papa aus dem Schlafzimmer geschlichen. Nachdem ich meinen Astralkörper im Speckmantel filigran aus dem Bett geschwungen habe, wage ich einen Blick in den Spiegel. Ich erkenne mich kaum wieder! KEINE Augenringe, rosige Wangen und ein zufriedenes Grinsen auf den Lippen.

Im Wohnzimmer finde ich meine zwei Mädels friedlich spielend vor. Mein Mann sitzt grinsend am schön gedeckten Frühstückstisch. Die Mädchen fallen mir lachend in die Arme. Ich kriege wunderschöne selbst gemalte Werke und Blumen geschenkt! Außerdem hat mein Mann mir einen tollen BH ausgesucht, der meine Mikro Möpse so richtig gut zur Geltung bringt. Ich bin so gerührt.
Wir beschließen den Tag völlig stressfrei zu verbringen. Nur wir vier. Kuscheln, spielen, lachen.

Katy: Nachdem ich mich so ca. 3 Tage am Stück gesund geschlafen habe (Dornröschen erblasst vor Neid) erwache ich durch die ohrenbetäubende Stille, die in unserer Wohnung herrscht. Das Bett ist leer und niemand schnarcht mir mit seinem „Ich habe die Nacht durchgesoffen und gezockt und zusätzlich Erdnüsse und Pizza gegessen“- Mundgeruch entgegen. Ich strecke also genüsslich alle Viere von mir und sammle Motivation um aus dem Bett zu plumpsen. Auf dem Weg ins Kinderzimmer stelle ich fest, dass die Wäsche gewaschen, die Spülmaschine ausgeräumt und das Wohnzimmer aufgeräumt ist. Keine leeren Bierdosen, Chipstüten und Controller die rumfliegen. Somit entfällt der allmorgendliche Sicherheitskontrollgang bevor Nolan freigelassen wird. Fast schon gruselig. Schnellen Schrittes eile ich nun zum Kinderbettchen und stelle fest, dass der Inhalt, der mich sonst mit einem frechen Grinsen und einer total zerstörten Frisur begrüßt ebenfalls fehlt. Was mag bloß passiert sein? Wurde unser Haus aufgrund einer Bombendrohung evakuiert und der Herzmann hatte keine Zeit mehr mich zu wecken? Bin ich tot? Ich stürze zur Tür. Daran befestigt: ein zerfleddeerter Zettel. „Wir haben spontan ein Papa-Sohn-Wochenende eingelegt. Ruh dich mal aus, du hast es dir verdient. P.S.: Schau mal auf dem Wohnzimmertisch nach :)“ Also schaue ich nach: ein Gutschein für ein Wellnesswochenende in einem SPA mitten in der Natur. Ohne Fragen zu stellen oder mich umzudrehen schnappe ich den Gutschein, packe in Windeseile meine Sachen zusammen und brause ohne Umwege Richtung Mama-Auszeit.

Nadja: Was ich für den perfekten Muttertag will? Ersteinmal bis 10.30 schlafen. Danach möchte ins Wohnzimmer in dem meine zwei Schätze spielend und lachend auf mich warten. Milan ist gebadet, trägt frische, saubere Kleidung und keinen Schlafanzug! Er rennt lachend auf mich zu und gibt mit einen dicken Kuss. Der Tisch ist gedeckt, ein wunderschöner Blumenstrauß mit rosa Pfingstrosen und weißem Schleierkraut schmückt ihn. Für mich bereit steht ein Brunch der Extraklasse- mit allen Dingen, die ich liebe: Wraps, warme Zimtschnecken, frischen Brötchen, Lachs, Pancakes, Waffeln und der Karottenkuchen meiner Schwiegermutter. Nachdem ich ausgiebig gefrühstückt habe, gehen wir bei perfektem Wetter spazieren. Dort füttern wir Enten, ich esse Eis. Am Abend gibt es Pizza, Burger und Nudelauflauf. Beim gemütlichen Zusammensitzen, reicht Milan mir sein erstes Muttertagsgeschenk, einen Brief mit Handabruck auf dem steht „Mama du bist die Beste!“

Milla: Ich erwache gegen 12:00 Uhr in einem Bett, das herrlich nach Blumenwiese duftet. Die Bettwäsche ist weiß, das habe ich mir schon lange so gewünscht. Das Kinderbett neben mir ist verwaist und ich greife zu meinem Ebook-Reader und lese gemütlich den Krimi zu Ende, der mich jede Nacht für maximal 8,5 Minuten fesselt….Ich stehe auf und stolpere nicht über Chris‘ Wäsche vom Vorabend, Feuerzeuge und leere Wasserflaschen. Im Wohnzimmer angekommen, stelle ich fest, dass die Perle da war oder der Chrizzla sich ins Zeug gelegt hat. Keine Kronkorken, Kellnermesser, Kleingeld und leere Weingläser. Stille umgibt mich – es scheint keiner daheim zu sein. Auf dem Frühstückstisch stehen Zimt-Apfel-Schnecken bereit und natürlich Tulpen, so circa 100 Stück. Ein Blick aufs Handy verrät mir, dass meine Männer auf dem Spielplatz sind und ich endlich mal in Ruhe frühstücken kann. Die Tür geht auf und meine Männer begrüßen mich liebevoll und zärtlich mit Küsschen, ich habe noch eine Stunde Zeit um meinen filigranen Walkörper in ein Kleid zu pressen um dann zu Kaffee & Kuchen in mein Lieblingscafé zu fahren. Dort darf ich mir dann DREI Stück Kuchen aussuchen, die ich ganz alleine esse. Wieder zurück in der immer noch frisch duftenden Wohnung, bringt mein LOML das Kind ins Bett und kredenzt mir Sushi von meinem Lieblingsjapaner, natürlich kein Lieferdienst. Ich darf mich betrinken und Montag wieder ausschlafen…hach…Träume.

Und jetzt: Bühne frei für unsere Gast-Autorinnen!

Queen of village: Muttertag bei Familie Queen wird so ablaufen: Die Kinder stehen mit Blümchen und Frühstückstablett vor der Schlafzimmertür!

Kleiner Scherz. Ich hab‘ ja Teenies. Die stehen nur noch nachts um 2:00 Uhr vor der Schlafzimmertür, um Bescheid zu sagen, dass sie von der Fete wieder zu Hause sind. Und einen Eimer brauchen. Mit Küchenpapier.
Bei mir steht demnach keiner morgens mit Frühstückstablett vor der Tür. Nein, auch am Muttertag nicht. Den gibt’s bei uns nämlich nicht.
Dieses Jahr also so: Ich mache mir gegen acht Uhr ’nen Kaffee, Mr. Queen schläft aus, Nr.2 geht zur Konfirmation ihrer Freundinnen, Nr.1 wird „früh morgens“ um 13:00 Uhr aufstehen, und wenn Schwiegermutter dann irgendwann zum Essen ruft und meine Schwägerin plötzlich Blumen in der Hand hat, wird uns allen wieder einfallen, dass ja Muttertag ist.

Julia: Im Vertrauen gesagt, bin ich alles andere als ein Muttertagsprofi. Ich bin ja auch erst das zweite Mal in der Position, diesen Tag selbst in Anspruch nehmen zu können. Und meine Jungs malen noch keine Bilder oder basteln Geschenke. Sie malen. Wände und Möbel an. Oder sie zerlegen Kartons in Gebilde die moderner Kunst gleichen. Meine Mama hat selbst nie gesteigerten Wert auf diesen Tag gelegt. Sie sagte immer, sie sei täglich Mutter – nicht nur an besagtem Sonntag im Mai. Also hab ich Sonntag Ausgang. Nichts Wildes, schließlich sind wir ja alle ein wenig in die Jahre gekommen. Ein Brunch mit Freunden. Ohne Kinder. Und drumherum hoffe ich mal stark darauf, dass die Zwillinge sich entsinnen, dass sie einen Vater haben und bei jedem Belang zwischen Hunger, Windel, Durst ihn zu Rate ziehen. Schließlich möchte ich nicht abgetakelt und gestresst im Düsseldorfer Szenetreff ankommen. Ach, am besten beginnen wir schon Samstag mit den Muttertagsvorbereitungen und meiner freien Zeit. Sicher ist sicher.

Das Milfcafé wünscht all  unseren Leserinnen einen wundervollen Muttertag! <3

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3 Comments

  • Reply Antonia 14. Mai 2017 at 13:34

    Klingt doch alles in allem perfekt – abgesehen von den Eimern bei der Queen 😉

    Habt einen wundervollen Muttertag – und sind pfingstrosen jetzt die neuen Tulpen oder ist das nur so ne saisonale Sache?

    Und wieso ist es eigentlich so, dass Männer am Vatertag selbst zu Kindern mutieren und den Tag oft OHNE die Menschen verbringen, aufgrund derer sie sich Papas nennen dürfen und Mamas trotzdem den Tag ganz normal verbringen (möchten)? Dazu wünsche ich mir eine Recherche!

    Liebe Grüße
    Antonia
    https://tandaradei.blog

  • Reply Trulla 14. Mai 2017 at 21:29

    Sauber.. Alles in allem wünschte ich mir auch mal Pfingstrosen oder halt auch nur mal Gänseblümchen.. Klee oder Löwenzahn tut es auch – Hauptsache mal irgendwas in einer meiner Vasen..
    Muttertag? Ja da war ja was.. Ich durfte um 5 morgens aufstehen und hatte mal wieder ein Arbeitswochenende – Doppelschicht um genau zu sein. Hach was bin ich neidisch auf eure Ruhe und eure Freizeit. Das hatte ich seit JAHREN nicht mehr..
    Lg
    Steffi – Dreifachmama

  • Reply Vatertag – noch einen Papa-Blog 22. Mai 2017 at 13:43

    […] habe mich mal vom @Milfcafe inspirieren lassen und meinen perfekten Vatertag für euch […]

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