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Zwischen Schlammcatchen und Sandkastenliebe – Anarchie auf dem Spielplatz

11. Juli 2017

Hallo, Mösi hier! Ein interessanter Artikel unserer Freundin Miri von www.howimetmymomlife.de hat uns diese Woche inspiriert. Thema: „Auf dem Spielplatz teilen? Warum ich mich nicht einmische!“ (Hier der Link dazu)

Jeder, der schon einmal in den Genuss eines Spielplatzbesuchs kam, kennt das Szenario:

An einer Ecke buddeln Kinder friedlich im Einklang Löcher in den Sand, während sich nur weniger Meter  weiter vielleicht ein Szenario abspielt, das dem G20-Gipfel in Hamburg gleicht. Brennende Spielzeug-Kipplaster und Parolen-Gröhlende Anarchistenkinder, die bereits einen Termin für ihr erstes „A.C.A.B“-Gesichtstattoo mit Wachsmalkreiden in den Familienplaner gekrixelt haben.

Gerade ältere Kinder roundhousekicken sich von Spielgerät zu Spielgerät, ohne Rücksicht auf Verluste und schnell artet ein gemütlicher Nachmittag im Freien aus und endet als Bar-Schlägerei.

Es ist Fluch und Segen – Spielplätze sind etwas wundervolles, keine Frage. Aber sobald Menschen egal welchen Alters aufeinandertreffen, kann es zu Problemen kommen.
Die richtigen Umgangsformen sind daher von klein auf ein Muss. Doch was ist richtig oder falsch?
Welche Werte vermittle ich meinem Kind? Sollte es Teilen können oder müssen? Und was mache ich als Elternteil? Sitze ich nur da und gucke zu? Glotze ich in mein Handy? Schreite ich ein?

Oder zieh ich mir die Klamotten aus und mache ne Arschbombe in die nächste Matschpfütze?

Soll mein Kind lernen zu teilen oder mache ich mir die Mühe und beschrifte jedes verkackte Sandförmchen mit den Initialen meines Sprößlings? (Leute, ehrlich – wieso?)

Bianca sagt: „Generell finde ich es schön, wenn meine Kinder teilen. Allerdings sollte dies immer freiwillig geschehen. Ich werde bestimmt nicht wie ein Irre an der Schippe hängen und mit Engelszungen auf sie einreden, um einem anderen bettelnden Kind seinen Wunsch zu erfüllen.
Vorausgesetzt sie spielen gerade mit dem Objekt der Begierde oder es ist ihnen einfach besonders wichtig.

Im Umkehrschluss müssen sie aber auch damit klar kommen, dass Kevin seinen Eimer nicht abgeben möchte.

Beide meiner Mädchen haben absolute Lieblingsspielsachen, die sie nicht ständig verleihen wollen und das finde ich auch so in Ordnung. Wirklich wichtige Dinge, die sie in just diesem Moment nutzen oder an denen sie besonders hängen, müssen NICHT auf Biegen und Brechen geteilt werden. Denn auch wir Erwachsene teilen ja nun wirklich nicht alles. Durch die Geschwistersituation in unserem Zuhause sind es beide gewohnt ihre Spielsachen zu teilen, deswegen kommen wir eigentlich selten in  Roundhouse-Kick-Situationen auf dem Spielplatz.“

Milla sagt: „Ähnlich den Plünderungen in Hamburg, wurden auch wir Opfer der autonomen Spielplatzgang. Aus drei Maximal-Garnituren Sandspielzeug wurde genau eine. Hab wohl verpasst, alle Förmchen mit den Initialen meiner Brut zu beschriften. Was ich allerdings gar nicht verpassen möchte, ist der Frucht meiner Lenden das Teilen beizubringen. Als eine von drei Kindern musste auch ich das oft schmerzlich lernen, was mir aber sicherlich nicht geschadet hat. Beim Essen haben meine Geschwister wohl verloren, wenn ich mir meine Kindheitsfotos ansehe. Zurück zum Thema: Was gerade im Moment bespielt wird, MUSS nicht geteilt werden, jedoch alles andere was momentan nicht von Interesse ist. Mein Kind bedient sich gerne am Obst der Supermamas am Spielplatz, ich vergesse das nämlich manchmal. Ok, oft. Das war bisher kein Problem, die anderen friedlichen Demonstranten hatten damit bisher kein Problem.

Jedoch gab es auch schon Situationen, in denen ein Jeremy-Pascal mit einem Schubkarren voller Spielzeug anrückte, dieses in den Sandkasten kippte und sich fürchterlich darüber aufregte, wenn ein anderes Kind auch nur ein Teil davon berührte.

Da brannte dann der Sandkasten lichterloh. Für mich keine Option, wenn man 17,6 Bagger und 193 Schaufeln besitzt, kann man davon auch ruhig mal was abgeben.“

Mösi sagt: „Ich hatte als Kind ständig Streit mit meiner Schwester, weil wir nie teilen wollten. Ich versuche daher, meinem Sohn das Teilen als etwas selbstverständliches beizubringen. Auch wenn er gerade etwas in der Hand hat, das ein anderes Kind haben möchte, bitte ich ihn, den Gegenstand abzugeben. Ich muss gestehen, bis zu dieser Diskussionsrunde habe ich nie darüber nachgedacht, wie er das wohl so findet.
Prinzipiell sollen die Kinder solche Konflikte selbst austragen. Später kann ihnen auch niemand zur Seite stehen, wenn sie vor richtigen Konfrontationen stehen.

Viel schlimmer finde ich manche Eltern, die ihre kleinen, verzogenen Gören mit Samthandschuhen anfassen und penibel darauf achten, dass auch kein anderes Kind seine Keime auf deren Spielzeug überträgt. Dann bleibt gefälligst zu Hause und spielt in eurem Bakterienzelt mit einer Flasche Sagrotan. 

Wir sollten unsere Kinder einfach Kind sein lassen – ohne selbsterfundene Regeln, die sie am Spielen und Lernen hindern. Einfach loslassen und selbst wieder Kind sein.“

Wie seht ihr das? Ihr seid herzlich dazu eingeladen, uns ein Kommentar da zu lassen!

Eure MILFs

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