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Das ungeplante Wunschkind – Gedankenwelt einer ungeplanten Schwangerschaft

18. Februar 2017

April 2015 – Sebastian und ich befanden uns mitten in den Vorbereitungen für die letzten Prüfungen unseres Studiums. Wir waren voller Vorfreude auf die Zeit danach: Endlich richtig arbeiten! Zeigen, was wir können, uns selbst beweisen, was wir in 4 Jahren dualen Studiums gelernt hatten. Sebastian wollte ein paar Wochen durch Australien reisen und sich danach auf den Familienbetrieb konzentrieren und ich wollte Yogaprofi werden, den Halbmond lernen und endlich einen Sixpack haben.

Doch das Leben hatte Anderes mit uns vor. Und so erwachte ich am Morgen des 14.04.15 und hielt kurze Zeit später den positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Ziemlich perplex saßen wir auf dem Bett, lagen uns in den Armen und weinten. Vor Glück über das kleine Würmchen, darüber, dass wir bald eine Familie sein würden und vor Schock, denn was würde nun aus unseren Plänen werden?

Ich erinnere mich gut: Keine zwei Stunden nachdem wir herausgefunden hatten, dass da Leben in mir wuchs, saß ich in der Uni und besuchte die Vorlesung “Karriereplanung”. Während ich meine kurz und mittelfristigen Lebensziele definieren sollte, dachte ich ‘Nun denn, die haben sich vor 2 Stunden wohl irgendwie geändert. Karriere machen? Hm, müsste nun erstmal warten.’ Plötzlich stand etwas anderes auf dem Schirm.

Kinder wollten wir- natürlich! Doch bereits jetzt? Nein, das sah unser Plan nicht vor, ja eigentlich passte das so gar nicht in unsere Pläne. Dumm, denn Pläne schmiedete ich gern und vor allem viel. Ja man könnte sagen, ich war die Inkarnation einer lebensverplanenden, excelsüchtige Listenschreiberin. Eine typische Jungfrau eben.

Doch nun war es eben anders. So What? Also schmunzelte ich mein leeres Blatt betrachtend vor mich hin und schrieb ” Kurzfristiges Ziel: Kinder”. Jap, so war es! Klar, ich hatte Angst vor dem was uns bevorstand. Hatte Angst vor den Veränderungen körperlich und emotional, beruflich, wie privat und was aus unseren Plänen werden würde und aus unseren Träumen. Den Sixpack konnte ich erstmal vergessen. Würde Sebastian je nach Australien reisen? Dennoch überwog das Gefühl der Freude. Da würde etwas Großes auf uns zukommen. Klitzeklein, aber alles verändernd und wir würden es gemeinsam erleben, zusammen, dieser kleine Mensch da würde alles auf den Kopf stellen.

Ich werde oft gefragt, ob Milan ein Wunschkind ist. Und für viele wird die Frage nach meinem Text hier beantwortet sein. Doch ich sage, auch ein ungeplantes Kind kann ein “Wunschkind” sein.Und mein Sohn ist ein Wunschkind. Ein ungeplantes Wunschkind, denn trotz meiner Pläne, meiner Zweifel und Ängste, war er erwünscht, in jeder Sekunde, jedem Atemzug und jedem Gedanken , der diesem zweiten unfassbaren Strich auf dem Test folgte.

Wir alle hatten und haben Ängste und Zweifel, ob Wunschkind oder nicht. Wir alle haben Träume jenseits des Kinderwunsches und ich bin sicher, wir alle haben uns an einem Punkt mal gefragt, was aus ihnen werden wird. Und egal was wir fühlen, wir haben eines gemeinsam: Wir lieben unsere Kinder.

Und ich für meinen Teil, ich schäme mich nicht zu gestehen, dass das Beste was mir je passiert ist, einfach passierte und das ohne Plan und ohne Excelliste.

Ja, ich bin stolze Mutter eines ungeplanten Wunschkindes.

 

https://www.instagram.com/mamaschildi/

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3 Comments

  • Reply Kristina 19. Februar 2017 at 12:33

    Sehr schön gesagt… ❤👌

  • Reply Janina 19. Februar 2017 at 12:47

    Ganz wundervoll geschrieben.
    Genau so war es bei uns auch. 💛
    Manchmal ist das Schönste im Leben eben Schicksal.

  • Reply Jennie 23. Februar 2017 at 20:59

    Schön wir Du das schreibst! Bei mir war es genau umgekehrt! Der Kinderwunsch schlummerte schon lange, aber das Leben kam dazwischen…Und jetzt wird mein Wunschkind ❤️ schon bald ein Jahr alt!

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