#daserstejahr #fürmehrrealität #travelmilf

Der erste Urlaub mit Kind – die Chrizzillas in der Pauschalhölle!

23. Juli 2017

Früher war ich ruhelos und musste ständig verreisen: Amerika, Afrika und ganz Europa. Selbst schwanger war ich noch gut unterwegs. Warum sollte sich das mit Kind denn ändern? Kinder reisen doch umsonst also fliegen #diechrizzillas natürlich auch mit Kind weg.

Endlich können wir diejenigen sein, die die vorderen Sitze besetzen um ihre dicken Beine auszustrecken ähm nein, der Platz ist ja fürs Kinderbett, in dem meist kein Kind liegt – weil das viel zu beschäftigt ist mit Schreien. 

Was ich eigentlich sagen wollte: ganz euphorisch machten wir uns an die Planung für unsere erste Reise als Familie. Es dauerte ein wenig, bis meine schlechtere Hälfte das Reiseziel “Jamaika” verwarf und wir uns auf die Suche nach einer Alternative machten. Mit Säugling verreist man am besten außerhalb der Ferien, hat ja den Vorteil dass man nicht überall Deutsche mit Socken in Sandalen trifft und vielleicht auch mal mit fremdländischen Erdenbürgern in Kontakt kommt. Es darf natürlich nicht zu heiß, nicht zu kalt, nicht zu weit weg, nicht zu partylastig und auch nicht zu teuer sein. Sollte aber dennoch mindestens 4 Sterne und ein ausgezeichneten Service bieten, das Hotel, versteht sich von selbst oder?

Das Ziel stand fest: wir fliegen an die Algarve. Wäre ich noch die, die ich früher mal war, hätte ich mich in die Reisevorbereitungen gestürzt wie eine ausgehungerte Nymphomanin auf ihr nächstbestes Opfer.

Doch dieses Mal war ich einfach noch nicht so weit, schließlich vergaß ich regelmäßig meine Hupen nach dem Stillen einzupacken, den Helm auf der Vespa aufzusetzen (warum kucken denn alle so blöd wenn ich Vespa fahre???) oder die Milch für meinen Latte vom Herd zu nehmen.

Somit übergab ich die ganze Planung an ein Reisebüro und hier begann die Geschichte des schrecklichsten Urlaubes überhaupt.

Gesucht war ein schönes Hotel am Strand, wenn möglich mit gaaaaanz vielen Pools und gutem Essen. All Inclusive war auch auf der Liste, der Chrizzla sieht zwar nicht so aus, aber der könnte selbst japanische Wettkampfesser vor Neid erblassen lassen. Ganz gemütlich startet der in den Tag und steigert sein Essens-Pensum dann rapide, das kann man sich mit Eltern-Hartz-VI halt nicht mehr leisten :)

Vollbepackt mit Kind, Kinderwagen und 17,5 Koffern gefüllt mit Hipp Gläschen, Milchpulver, Babynest, Flaschen und Wasser kamen wir abgekämpft am Flughafen an. Die 1,5-stündigen Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln brachte uns an den Rand des Wahnsinns aber wenigstens der Flug verlief  problemlos, die Frucht unserer Lenden schlief selig auf meinem Arm und wir waren nicht die Eltern der schreienden Kackbratze am Notausgang.

Wer Tipps fürs Fliegen braucht: Titte rein, Kind aus. Fertig.

In Portugal angekommen erwartet uns die erste Tourifalle: ein Reisebus vollgestopft mit Rentnern, ihren Heizdecken und wir mittendrin. Und das Beste daran: wir durften ihren Gesprächen über Hüftprothesen und Großelternsex bis zum Schluss lauschen, denn unser Hotel war die Endstation, is klar, ne?

Mein Bustourette erreichte nie gekannte Dimensionen, der CEO von Tourette e.V. hätte sich für mich geschämt.

Wir beide todeshungrig und aggressiv. Aber sollte ja kein Problem sein, wir haben ja All Inclusive gebucht. Ja, und Maria hat jungfräulich empfangen….An der Rezeption sagte man uns, dass wir noch AUSNAHMSWEISE Sandwiches an der Bar bestellen könnten. Dort angekommen erzählte man uns erstmal, was man auf der Karte NICHT bestellen konnte. In diesem Moment wäre ich am liebsten mit einer vollen Windel (alle die meinen Sohn persönlich kennen, wissen wie schlimm das ist) auf diesen Kellner losgegangen….

Wie sollte es auch anders sein, der nächste Tag barg Überraschungen für uns: eine Schlange zum Frühstücksbuffett, deren Durchschnittsalter bei 90 Jahren lag, ließ uns Schlimmes erahnen. Im Speisesaal angekommen, bewahrheiteten sich unsere Befürchtungen: grausamer Fraß auch bekannt als Convenience Food wurde hier “aufgebahrt” und der Chris begann fast zu Weinen.

Wir sind bekennende “Food-Nazis”, wenn’s ums Essen geht, ist mit uns nicht zu spaßen.

Das Drama zog sich wie ein roter Faden durch jegliches Essensangebot. Ausgelutschte Burger die schlimmer aussahen als die vom Schachtelwirt (Mc Donald’s für alle, die ihn nicht kennen), ein hoch gepriesener Obstteller der sich aus drei Scheiben Apfel, Ananas und evtl. noch einer Blaubeere zusammensetzte und Abendessen abgestimmt auf den amerikanischen Gaumen, von regionaler Küche wirklich nicht der Hauch einer Spur.

Am Abend fand dann der Tanztee für unsere Miturlauber statt – und was soll ich sagen: wir hatten das Glück genau über der Bar einquartiert zu werden. Unglaublich aber wahr, irgendwie hatten wir das Glück gepachtet. Eine Beschwerde später hatten wir ein Zimmer am Arsch der Welt aber mit geilem Meerblick und RUHE.

Der Einzige, der es richtig genoss, war #lordscheisserchen. Nun gut, der wurde zu dem Zeitpunkt ja auch noch flüssig ernährt und durfte viel im Pool plantschen. Der übrigens voll seniorenfreundlich war und Zeiten vorschrieb, in denen Kinder nicht baden durften. Regeln sind dafür da, um gebrochen zu werden. Der Lord badet wann er will….

 

Vielleicht hatten wir nach unserem letzten Paar-Urlaub zu hohe Erwartungen, denn dieser war richtig gelungen – Jamaika hat uns kulinarisch und auch landschaftlich nicht enttäuscht. Deswegen werden wir beim nächsten Mal definitiv wieder selbst planen…Natürlich hat das Hotelpersonal Abhilfe geschaffen, wo es nur konnte. Aber wenn das Kind schon mal in den Brunnen gefallen ist….

Auch der nächste Urlaub wird nie wieder so ein wie die vorhergehenden, das ist uns bewusst – kein Faulenzen am Strand, stundenlanges Feilschen mit den Strandverkäufern und keine Absacker an der Bar. Dafür werden halt Sandburgen gebaut, im Babypool geplanscht und abends früh ins Bett gegangen. Anders aber schön, so ein Familienurlaub. Vielleicht wieder mit gutem Essen und weniger Massenabfertigung….

 

Mehr aus dem Leben der #chrizzillas: https://www.instagram.com/milla_von_bayern/

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