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Handbier und sein Dödel – Teil 1

25. April 2017

Hallo, ich bin @Handbierzweipunktnull, 1,95m groß, 85kg schwer, durchtrainiert bis unter den Zehnagel, vollhaarig, perfekt gestyled, immer gut drauf und sowieso und überhaupt einfach wunderschön und super toll. Nicht! Also ich bin der Handbier und behaart bin ich auch, der Rest ist hier dann doch eher Vorstellung als Realität, womit wir dann auch schon beim Thema wären. Ich wurde von einer der Milfs gefragt, ob ich nicht Lust hätte mal was zum Milfcafé beizutragen. Milch und Zucker wollten sie nicht, zuckerfreien Kuchen verabscheue ich, also blieb nur noch ein Blogbeitrag.

So here I am, Vater des Dödels, Lover der Frau. Genug der warmen Einleitungsworte, ich komme jetzt ohne weitere Umschweife direkt zur Sache, also schnallt die Schlüpfer fest, geht noch mal schnell Pipi machen, setzt Euch hin und dann kann´s losgehen.

Vorstellung und Realität also, ich könnte euch jetzt weise Poesiealbum-Sprüche wie „Leben ist das, was passiert bla bla bla…“ um die Ohren hauen, die kennt ihr aber alle schon, deshalb lasse ich Euch an meinen Erfahrungen teilhaben. Da ich schon steinalt bin und die ganze Geschichte hier völlig ausufern würde, versuche ich mich mal auf die Zeit vor, während und nach der Geburt des Dödels zu begrenzen.

Die Frau und ich haben vor gut 2 ½  Jahren von der Schwangerschaft erfahren, ein Moment den ich nie vergessen werde. Ab diesem Zeitpunkt hat sich alles geändert. Ihr kennt das, eine Schwangerschaft verändert eben einfach alles, das wissen sogar wir Männer. Aus diesem Grund fing mein Kopf auch sofort an zu rattern, tausend Gedanken schießen einem durch die Birne und man malt sich aus, wie alles werden würde. Für uns, also für die Frau und mich, war es die erste Schwangerschaft, damit auch eine völlig neue Erfahrung. Das führte dazu, dass ich für meinen Teil ziemlich blauäugig an die ganze Sache rangegangen bin. Man(n) stellt sich das alles so einfach vor, alles wird toll, alles ist easy.  Ich habe mir das folgendermaßen gedacht:

9 Monate passiert im Prinzip nichts, außer, dass das Kind wächst und gedeiht. Alles andere würde einfach so weitergehen, wie bisher.

Eine schöne Vorstellung- nach wie vor. Im Nachhinein betrachtet allerdings völlig absurd! Man(n) hört immer mal von hormonbedingten Launen der Frau, von komischen Gelüsten, was das Essverhalten angeht, und von Morgenübelkeit, ich für meinen Teil hab das aber nicht wirklich ernst genommen. Ich sag euch, die Frau war zwischenzeitlich wirklich, wirklich anstrengend, nicht, dass sie das nicht auch so manchmal wäre, aber da dann halt besonders. Die Hormone haben da scheinbar doch größeren Einfluss auf Frauen, als ich das wahr haben wollte. Dann wäre da noch das leidige Thema Essen.

Wenn ich daran zurückdenke, kriege ich immer noch Hasspickel, echt jetzt!

Niemand, aber auch wirklich niemand sagt einem, dass Frau während der Schwangerschaft nichts essen darf! Kein rohes Fleisch (was ist das bitte für 1 Leben), keine Rohmilchprodukte, keine Meeresfrüchte, keine Sahnecremetörtchen, was bleibt da denn bitte noch übrig? Ja genau, Gras. Ach und Kartoffeln mit Kräuterquark, das gab es bei uns täglich, 1-3 Mal. Manch einer könnte jetzt sagen, was kümmert’s den Mann, der kann doch essen was er will. Ernsthaft, das kann wirklich nur von jemandem kommen, der noch nicht in dieser Situation war. Die Blicke die euch treffen, wenn ihr ein schönes Mettbrötchen vor der Nase eurer schwangeren Perle verdrückt, die könnt ihr nicht lange ertragen, ich schwöre!

Dann wären da natürlich noch die ganzen Anschaffungen zu erwähnen, die man so macht, wenn man ein Kind erwartet. Leck mich Fett, also das Kinder viel Geld kosten, dass ist vermutlich jedem klar, dass es allerdings schon vor der Geburt so teuer würde, das hatte ich mir ehrlich gesagt auch nicht erträumen lassen. Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch die 1,5 Millionen Arztbesuche. Man geht ja während der Schwangerschaft gefühlt ein und aus beim Höhlenforscher, aka. Gynäkologe, formerly known as Frauenarzt. Das hatte uns so auch keiner vorher mitgeteilt.

Eine Vorstellung, die vermutlich auch die meisten werdenden Eltern kennen, ist die, dass das Kind ganz entspannt bis zum Geburtstermin den Körper der Frau verformt und pünktlich zum errechneten Termin dann die Ausreise antritt. Weit gefehlt sag ich euch, weit gefehlt! Der Geburtstermin ist natürlich nur eine ungefähre Schätzung, auch wenn die meisten Frauenärzte das nicht so ganz zugeben wollen. In unserem Fall kam dann nun auch noch zusätzlich, zum sowieso nicht wirklich ernstzunehmenden Geburtstermin, dass der Junior seine Ausreise doch deutlich verfrüht angetreten hat.

Womit wir dann auch bei der Geburt wären. Die Geburt, ein einschneidendes Erlebnis für alle Beteiligten, ok, für die anwesenden Ärzte ist das vermutlich nichts anderes, als nen Blinddarm zu entfernen, aber die Frau und ich haben bisher auch noch keinen Blinddarm entfernen müssen. Die Geburt, ich hab mir das folgendermaßen vorgestellt:

Die Fruchtblase platzt, die Frau ruft an, sagt, es geht los und ich fahre sie ins Krankenhaus. Entbindung dauert 5-10 Stunden (da hab ich schon großzügig gerechnet) und danach ist unser Baby da und alles ist gut. Klang für mich nach nem guten Plan.

Auch das sollte natürlich anders kommen, wie oben schon erwähnt, war der Dödel relativ früh dran, 6 Wochen vor Entbindungstermin war für ihn der Mietvertrag bei seiner Mutter abgelaufen. Ich saß an meinem Schreibtisch auf Arbeit und bekam die Nachricht: „…ich glaube es geht los…lass dir Zeit“, ich muss zugeben, ich war erstens wirklich überrascht, dass es wohl doch schon losgehen würde und zweitens, dass die Frau scheinbar null gestresst ist.

Nachdem ich noch´n Kaffee mit meinen Kollegen getrunken hab (sollte mir ja Zeit lassen), bin ich dann nachhause und hab die Frau abgeholt.

Wir sind ins Krankenhaus gefahren und haben die Lage geschildert. Alles gut soweit, die Fruchtblase war allerdings geplatzt, es ging also tatsächlich schon los. Also irgendwie, der Kreißsaal war dann doch noch zwei Tage entfernt. Die Frau blieb im Krankenhaus bis es wirklich losging und ich hab sie jeden Tag besucht und auf den „richtigen Startschuss“ gewartet. Irgendwann bekam ich dann auch die Nachricht, es war so gegen 21:30Uhr, ich möge mich doch bitte im Kreißsaal einfinden. Gesagt getan, in fünf Minuten war ich vor Ort und zu allen Schandtaten bereit. Im Kreißsaal, während der Geburt, hat sich dann allerdings wieder eine dieser schönen Vorstellungen in Luft aufgelöst. Mann will ja in diesem unfassbar wichtigen Moment seine Frau unterstützen und ihr so gut es geht zur Seite stehen, das Problem ist nur, dass man als Mann so ziemlich fast überhaupt gar nichts tun kann.

Ich saß da also, neben der zitternden Frau, die gerade im Begriff war, mir einen Sohn zu schenken, und konnte nichts weiter tun, als ihr ab und zu mal einen Schluck Wasser anzubieten und ihre Hand zu halten.

Ich habe mich da teilweise doch wirklich sehr überflüssig gefühlt. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Nach ungefähr 7-8 Stunden war es denn vollbracht, das neue Familienmitglied, aka. der Dödel hat das Licht der Welt erblickt. Man(n) hat keine Chance sich auf diesen Moment vorzubereiten, wird ins kalte Wasser geschmissen, man denkt sich, dass es sicher ein tolles Gefühl ist, aber man kann es sich nicht mal ansatzweise vorstellen. Nach einer gefühlten Ewigkeit ist da ein kleiner Mensch, völlig hilflos, winzig winzig klein (in unserem Fall gerade mal 2000g leicht) und trotzdem so perfekt.

Es gibt schlicht Nichts, was dem gleich kommt, man kann sich keine Vorstellung machen, wie es seien würde, ein Teil von sich plötzlich in den Armen zu halten. In diesem Fall hat selbst die tollste Vorstellung so was von gegen die Realität abgestunken- einfach nur großartig.

 

Fortsetzung folgt ;)

Wer jetzt schon nicht mehr genug von ihm bekommt: Folgt Handbier auf Instagram oder hüpft auf seinem Blog vorbei: Hier lang!

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2 Comments

  • Reply notanotherinstamom 25. April 2017 at 9:45

    Mega geschrieben! 🙌🏼😅 Wird direkt an den Mann weitergeleitet. #leidensgenossenundso
    Freue mich schon sehr auf Part 2.

  • Reply Macken-Muster – noch einen Papa-Blog 11. Mai 2017 at 12:34

    […] andere von euch hatte sie vielleicht auch. Wir hatten uns das auf jeden Fall so vorgestellt. Da Vorstellung und Realität im Bezug auf Kinder/Erziehung zwei völlig unterschiedliche Sachen sind…, läuft das bei 100% unserer Kinder […]

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