#fürmehrrealität #instagramverbindet #milfs

Kaffeeklatsch in Quarantäne – wenn MILFs sich treffen

11. Juni 2017

“Wenn ich mal Kinder habe, unternehme ich ganz viel mit anderen Mamas – ausserdem machen wir Ausflüge, zeigen unseren Kindern die Welt… mein Kind wird mich nicht davon abhalten, spontan zu sein!”

Ihr habt jetzt kurz die Möglichkeit, herzhaft zu lachen. Denn wie sagt man so schön?
Es kommt immer anders, als man denkt.

Bei unseren letzten gemeinsamen Treffen hat sich ein klares Muster gezeigt: Vorfreude – Chaos – Zusammenbruch.

Wie läuft eigentlich so ein Treffen der MILFs ab? Nachdem man seinen halben Hausstand zusammengekramt und die Rotznase des Kindes gekonnt ignoriert hat, sitzt man die ersten 10 Minuten der stundenlangen Autofahrt noch euphorisch und entspannt in der bis zur maximalen Auslastung vollgequetschten Familienkutsche, der Unterboden knutscht fast die Autobahn – aber hey! YOLO!

Man sieht es schon vor sich: freudestrahlende Kinder, im Spiel vertieft, während wir Eltern bei einem Glas W… asser und gutem Essen in völliger Ruhe und Entspannung das Zusammensein genießen.

Die Kinder gehen wie gewohnt um 20:00 Uhr zufrieden ins Bett und haben kein Problem damit, in fremder Umgebung friedlich die Nacht durchzuschlummern.

Nun folgt die zweite Pause, um sich vor Lachen auf den Schenkel zu klopfen und herzhaft loszuprusten.

An dieser Stelle folgt ein kleiner Rückblick. Wir schreiben den 20. Januar 2017, Frankfurt am Main, Loft des Todes im 4. Stock eines Gebäudes ohne Aufzug, ohne Parkplatz, ohne geschlossene Räume und Treppe, dafür mit gefühlten 8.354 Möglichkeiten, als kleines Kind ums Leben zu kommen. Merke: Design-Lofts eigenen sich nicht für Urlaube mit Kleinkindern. Es scheint einen triftigen Grund dafür zu geben, wieso alle anderen Eltern immer Urlaub auf dem Bauernhof machen. An dieser Stelle stellen wir uns übrigens als professionelle Kinderhotel-/Bauernhoftester zur Verfügung.

Denn selbst die Maul- und Klauenseuche meistern wir nach diesem Erlebnis mit Links.

Die Fahrt verlief für alle problemlos. Quasi die Ruhe vor dem Sturm. In Frankfurt angekommen mussten wir zuerst unsere Kinder, sowie deren Zubehör bestehend aus Hochstühlen, unzähligen Koffern, sowie Kinderwagen in den vierten Stock hieven. Oben angekommen der nächste Schock: mega stylische Bude, jedoch nur ein normales Bett und der Rest: Hochbetten. Sogar im Schlaf konnte man einfach so in den Tod stürzen. Mist. Matratzen kurzerhand auf den Boden geworfen, Problem gelöst. Auf den Schreck erstmal ein Käffchen. “Wo ist eigentlich die Küche?”

Ganz einfach: man muss nur die nach allen Seiten offene Metalltreppe in den 5. Stock hinauf gehen, am besten mit Sauerstoffmaske, denn die Luft wurde da oben schon recht dünn. Runter ging dafür ganz einfach: denn man konnte sich von fast jeder Seite dank offener Trenn-Elemente anstatt richtiger Wände ganz bequem nach unten fallen lassen. Ein (Alp-)Traum für Krabbelkinder. Aber als wäre das nicht schon genug gewesen, stellte sich schon bald eines heraus: Schnupfen soll man nicht ignorieren. Denn schon bald hatte sich die Seuche auf nahezu jedes Kind übertragen.

Dementsprechend waren die Nächte die Hölle. Bereits nach der ersten Nacht mussten wir den Verlust von zwei geliebten Menschen betrauern. Eine MILF und ihr Anhang sind in einer Nacht- und Nebelaktion einfach abgereist. Denn dank des freizügigen Loft-Designs hatte man trotz eigenem Zimmer ständig das Gefühl, zusammen in einem Raum zu liegen, während die Hälfte aller anwesenden Kinder fast permanent schrie. YOLO am Arsch.

Spätestens an diesem Punkt waren wir desillusioniert, müde, verzweifelt und überfordert. Hunger. Pipi. Kalt.

Freundschaften werden eh überbewertet. Man braucht eigentlich gar keine anderen Mütter. Und andere Kinder schon gleich 3x nicht. Man kann ja weiterhin auf Instagram befreundet bleiben, eigentlich reicht das völlig aus. #digitalbleibtunreal

Doch getrieben vom Stockholm-Syndrom haben wir es immer wieder getan. Wie Britney sagen würde: “Oops, I did it again!” Und wir werden geübter. Unsere Treffen werden entspannter, die Kinder können immer mehr zusammen anfangen, sogar unsere Männer verstehen sich prächtig. Ironischerweise ist bisher auch nur ein Mann bei einem unserer Treffen zu Schaden gekommen und nicht unser Nachwuchs. Wie? Auch das ist ziemlich ironisch: er hat sich an einer Kletterwand für Kinder verletzt und musste sich einer Not-OP unterziehen. #milfsanatomy

Langweilig wird es uns wohl nie, selbst wenn wir es darauf anlegen würden. Wir erleben gerade die spannendste Zeit unseres Lebens, denn eine Familie zu haben ist die wundervollste Form von Abenteuer, die man sich nur erträumen kann. Und wir Mädels vom Milfcafé sind ebenfalls mittlerweile so etwas wie eine große Familie geworden. Und vielleicht schreiben unsere Kinder in ein paar Jahren selbst einmal über unsere Treffen und lachen darüber, wie sie im Schlaf aus dem Hochbett gefallen sind…

 

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