#fürmehrrealität

Sahnetorte in your babie’s face – Cakesmash-Fotoshooting gone wrong

14. März 2017

Uns Müttern vermitteln einschlägige Portale wie Pinterest oder Instagram gerne, dass es kinderleicht wäre, perfekt zu sein. Die Wohnung: durchdesigned und stets blitzeblank.
Der Haushalt: in der sauberen Designer-Küche werden gesunde, kalorienarme Gerichte mit ausgefallenen In-Zutaten wie Chia-Samen oder Goji-Beeren   serviert und angerichtet als hätte ein Food-Blogger höchstpersönlich ein kleines Kunstwerk daraus gezaubert.  Ganz klar. Anschließend ne Runde Yoga und zur Entspannung ein Matcha-Latte, der zwar eindeutig nach Moos und Erde schmeckt, für den man aber aus Detox-Gründen gerne man den Würgereiz unterdrückt.

Ich bin mir absolut dessen bewusst, dass das alles totaler Quatsch ist. Wirklich. Trotzdem falle ich immer wieder darauf rein. Es ist wie verhext. 

So habe ich mir eingebildet, ein „Cake-Smash“ Fotoshooting machen zu müssen. Immerhin sieht das auf den Bildern meiner Pinnwand total niedlich und vor allem einfach aus.

Man nehme: ein niedliches Baby, eine kleine Torte und etwas Deko. Klingt easy.

„Ok, dann bastle ich jetzt diese Pompoms. Sieht auf der Anleitung ja ganz einfa… hä?
Wie zur Hölle? Boah, wie nervig ist das denn? Ne, das ist mir zu blöd.  Ballons tun es auch. Hab mal 150 bestellt, damit das auch richtig wirkt auf dem Bild. Ich meine – so ne Hand voll Ballons sieht ja armselig aus. Pumpe? Brauch ich nicht, das ist was für Pussies. Puuust – puuust. Puuuh. Ok, ich bekomme langsam Atemnot. Egal, 20 Ballons reichen völlig, sonst sieht man ja das Kind gar nicht mehr unter der vielen Dekoration. Jetzt noch die Torte. Süß sieht sie aus. Er wird sie lieben!“

„Bei 3 lassen wir das Kind auf die Torte los! Sicherlich stürzt er sich wie wild darauf! 3… 2… 1!“

Das Kind sitzt völlig verstört da und glotzt die Torte an. „Ok, vielleicht ist eine kleine Starthilfe nötig. Schau mal, mmmh.. lecker!“ Die kleinen Patschehände werden in die Tortencreme aus Frischkäse und Puderzucker getaucht.
Ein panischer Blick seitens des Kindes auf die Frischkäse-getränkte Hand. Dann zur Torte. Und zurück zu Mama. Die Unterlippe bibbert. Das Gesicht verzieht sich. „Wuuuäääh!“
Der Blick sprach Bände. „Kalt! Nass! Bäääh! Mamaaaa wegmachen! Klebt an Hand! Mamaaa – klebt an Hand! Hilfeee!!!“

In so einer Situation kann man nur zwei Dinge tun.

Man könnte sofort abbrechen, das Kind trösten und ihm versprechen, dass es nie wieder so etwas schreckliches Erleben muss. Aber das Leben ist kein Ponyhof und dieser Blog wäre stinklangweilig, wenn wir alle Vorzeige-Mütter wären.

Also haben wir uns für Variante zwei entschieden:
immer schön draufhalten mit der Kamera.

Und wenn ich mir jetzt im Vergleich die Bilder auf meiner Pinnwand ansehe kann ich nur schmunzeln. Denn so fern unser Ergebnis auch von der Vorlage abweicht – wir haben immer etwas  zu lachen und eine Geschichte dazu zu erzählen. Und je näher Bilder an der Realität sind, desto schöner sind sie.

(Fotos: www.foto-akazie.de)

milfcafe_cakesmash_mamablog

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2 Comments

  • Reply Leyla 15. März 2017 at 9:24

    Das Leben ist kein Ponyhof….. ich liebe deine Text, egal wie meine Stimmung ist und wie gestresst ich bin wenn ich deine Texte lese geht es mir wieder super!! Mehr davon bitteeeeee
    Und die Fotos sind einmalig!
    Lg
    Leyla

    • Reply admilf 15. März 2017 at 13:22

      Ich bin gerade #verleylaliebt 😍 Danke für deine lieben Worte! Lg, deine Mösi

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