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Sternenkind Elias und sein Geschwisterchen

6. April 2017

Wo fängt man an, wenn man darüber schreibt dass man 2 Sternenkinder hat… Ich beginne einfach mal damit dass ich den Satz: “Ich habe mein Kind verloren” nicht mag! Ich finde ihn einfach absurd und unpassend! Denn auch wir Sternenmamas haben unsere Kinder geboren!

Als ich im Juni 2014 nach 1 ½ Jahren Kinderwunschzeit endlich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt war ich einfach nur unfassbar glücklich, alles schien einfach perfekt.
Endlich würden wir eine Familie werden, nachdem mein Mann und ich im Februar unsere Traumhochzeit hatten.

Sofort ging ich zum Arzt, er bestätigte die Schwangerschaft und wir konnten Dich sehen, einen winzig kleinen Punkt, und auch Dein Herz konnten wir über den Ultraschall hören, es war einfach wunderbar, mir liefen die Tränen vor Glück.

2 Wochen später bemerkte ich auf einmal eine Schmierblutung, sofort wurde mir klar, dass dies nichts Gutes hieß. Ich rief bei meinem Gynäkologen an und durfte sofort kommen, die Fahrt dorthin war der pure Horror.
Mein Arzt versuchte mich zu beruhigen und meinte “Lassen sie uns doch erst mal schauen”, doch als ich seinen Blick sah wie er suchend auf den Monitor schaute, war es mir klar und dann kamen die Worte: “Ihr Baby hat leider keinen Herzschlag mehr.”

Es war ein Schock und die schlimmste Vermutung wurde wahr, kaum warst du bei uns schon musstest du auch wieder von uns gehen. Ich war sehr traurig und wollte mich eigentlich nur verstecken, mein Baby war immer noch unter meinem Herzen, aber es war gestorben einfach so.

Die OP erfolgte eine Woche nachdem unser Baby gestorben war. Mein Mann gab mir so viel Kraft und nach der OP ging es mir schon etwas besser, aber der Schmerz war grausam, wir wollten doch ein Baby. Der Wunsch nach einem Kind gab mir und meinem Mann viel Kraft.

Im März 2015 hielt ich erneut einen positiven Test in den Händen. Meine Freude hielt sich jedoch in Grenzen, die Ängste und Sorgen waren einfach zu groß.

Die ersten 12. Wochen dieser Schwangerschaft hatte ich einfach nur Sorgen, danach waren diese allerdings wie weg geblasen. Mein Gynäkologe sagte ich hätte eine Bilderbuch Schwangerschaft und alles sei perfekt.

In der 19. Woche spürte ich unseren kleinen Engel das 1. Mal, es war einfach ein wunderbares Gefühl. Drei Wochen später wurde ich nachts wach und hatte Unterleibsschmerzen, welche stetig stärker wurden. Ich bekam massive Blutungen, mein Mann fuhr mich sofort ins Krankenhaus und unser Gefühl auf dieser Fahrt war die pure Angst um unser Baby.

In der Klinik angekommen wurde festgestellt, dass ich einen bakteriellen Infekt hatte, welcher Wehen auslöste und der Muttermund bereits 2 cm eröffnet war. Die Ärzte gaben uns wenig Hoffnung, dass die Geburt aufzuhalten sei und sagten direkt, dass unser Kind in der 23 Schwangerschaftswoche nicht lebensfähig sei. Was war das für ein Schock, die können doch nicht einfach sagen, dass mein Kind sterben wird.

Nach 3 Std in dieser Klinik wurde ich in eine Spezialklinik für Frühgeborene verlegt. Die Fahrt dahin war furchtbar, ich hatte regelmäßige Wehen und mein Mann durfte nicht im KTW mitfahren. Ich war also allein, da er nachkommen musste. Dort angekommen stellte man fest, dass der Muttermund bereits komplett eröffnet war und die Geburt bevorstand.

Wir wurden darüber informiert, dass wir selber entscheiden müssten, ob wir unser Kind über eine Maximaltherapie( intubieren, Beatmen, künstlicher Ernährung etc.) versorgen lassen wöllten, da es vor der 24 Schwangerschaftswoche zur Welt käme.  Gleichzeitig äußerte der Arzt, dass unser Kind zu 90% Schwerstbehindert sein würde und mit hohen Folgeschäden der Maximaltherapie zu rechnen sei.

Wie soll man denn bitte als Eltern über Leben und Tod des eigenen Kindes entscheiden? In so einer Situation….
Wir entschieden uns gegen eine Maximaltherapie und wollten, dass die Natur in diesem Fall ihren Lauf nimmt.
Wir wünschten uns nichts sehnlicher als ein Baby aber nicht um jeden Preis, so schwer diese Entscheidung auch war, es war die Richtige, auch, wenn ich mich manchmal frage, ob unser Baby nicht doch heute gesund bei uns sein könnte…

Am 09.07.2015 um 14.56 Uhr erblickte unser kleiner Sohn Elias das Licht der Welt, mein Mann nabelte ihn ab und legte ihn mir auf die Brust, er war so winzig und zart mit seinen 530gr und 29,5 cm und doch das Schönste was ich je gesehen habe. Du hast ganz leise geatmet und ich wollte Dich nie wieder hergeben.

Leider musste ich dies jedoch viel zu schnell, denn ich musste in den Not-OP. Und Du, du bist ganz sanft und friedlich bei deinem Papa eingeschlafen, für immer.
Als ich wieder aus dem OP kam und einigermaßen wach war, wurde mir klar ich habe kein Baby mehr in meinen Armen und auch unter meinem Herz trug ich Dich nicht mehr. Dies war das schlimmste Gefühl, meine Welt brach zusammen.

Ich konnte mich noch eine Woche lang in der Klinik von meinem Sohn verabschieden. Ich erzählte ihm Geschichten, lies seine Spieluhr spielen oder schaute ihn einfach nur an, um mir jedes Detail von ihm zu merken. Die schönen kleinen Lippen, das vollkommene Gesicht und den friedlichen Gesichtsausdruck.
Niemals werde ich dich vergessen!

Was kann es schlimmeres geben als sein eigenes Kind zu Grabe tragen…? Die Zeit danach war hart und sie ist es manchmal immer noch, niemals werden wir unsere beiden Sternenkinder vergessen.
Jedoch durften wir im März 2017 unsere kleine, gesunde Tochter in den Armen halten, auch sie kam deutlich zu früh zur Welt aber ist gesund und bei uns und sie hat oben im Himmel zwei ganz besondere Beschützer <3

Lina W.

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3 Comments

  • Reply Fran 7. April 2017 at 16:28

    Danke für deine Geschichte.. das tut mir so leid – nicht in Worte zu fassen was ihr durchstehen musstet. Ich wünsche euch als Familie alles Glück der Welt!

  • Reply Monique 13. April 2017 at 15:52

    Worte können gar nicht beschreiben was ihr fühlen müsst und auch was ich Grad fühle:(
    Ich kann euch nur weiterhin viel Kraft wünschen !!
    Und Großen Respekt aussprechen, dafür das ihr diese Geschichte trotz der Tragik so kraftvoll geschrieben habt . Alles gute für eure Familie weiterhin .

  • Reply Yasemin 13. April 2017 at 23:06

    Es tut mir so leid was euch passiert ist. Ich wünsche euch alles gute für eure Familie :)

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